Lexikon der Religionen:

Samsara im Buddhismus

Das Rad der Wiedergeburt

Das Wort „Samsara“ bedeutet übersetzt „beständiges Wandern“. Gemeint ist damit das Wandern im Geburtenkreislauf, der Kreislauf von Werden und Vergehen. Das Ziel der Buddhisten ist es, Samsara zu verlassen und nicht mehr wiedergeboren zu werden. Das ist gleichbedeutend mit dem Ende des Leidens und der Erkenntnis des Nirvana.

Das Blumenrad des Dhamma

Thinkstock/iStock/Foto_by_M

Ein Lebensrad aus Blumen

Ursachen von Samsara sind Gier („Lobha“), Hass („Dosa“) und Unwissenheit („Moha“, „Avidya“), die drei leidverursachenden Geistesgifte. Alle fühlenden Wesen bleiben bis zum Erlangen des Nirvana im Samsara gefangen. Das Erleben des Leidens, wie in der Ersten der Vier Edlen Wahrheiten des Buddhismus beschrieben, ist die Erfahrung von Samsara.

Sechs Bereiche der Wiedergeburt:

  • Götter („Devas“)
  • Halbgötter („Asuras“)
  • Menschen
  • Tiere
  • hungrige Geister („Pretas“)
  • Höllenwesen

Bildliche Darstellung im „Lebensrad“

Im tibetischen Buddhismus werden die Bereiche der Wiedergeburt bildlich im Lebensrad („Bhavacakra“) dargestellt. Dieses Rad, das das „beständige Wandern“ symbolisiert, wird von einem schrecklich anzusehenden Wesen („Mara“ oder „Yama“) gehalten. Jedes Wesen kann in einem der sechs Bereiche Wiedergeburt erfahren, abhängig von seinem „Karma“. In keinem der sechs Bereiche gibt es einen ewigen Aufenthalt, wobei die Höllenwesen und Götter besonders lange Zeitperioden in ihren Bereichen bleiben können. Wenn das „Karma“, der Motor für das Wandern in Samsara erschöpft ist, wird man in einem andere Bereich wiedergeboren.

Die menschliche Existenz wird innerhalb des Daseinskreislaufs als besonders angesehen. Sie stellt den mittleren Weg zwischen dem großen Leiden der Höllen und der einschläfernen Freuden der Götterwelten dar. Das letztendliche Ziel ist es aber, nicht mehr wiedergeboren zu werden und Buddha aus dem Daseinskreislauf ins Nirvana zu folgen.

Kein Karma, keine Wiedergeburt

In der Darstellung des „Bhavacakra“ wird auch die Lehre vom „Bedingten Entstehen“ bidlich dargestellt, die darauf verweist, welche Erkenntnis notwendig ist, um Samsara zu entfliehen - mehr zur Lehre des „Bedingten Entstehens“ im Eintrag „Pratityasammutpada“.

Im Zentrum des Kreises des Lebensrads werden die drei Grundübel Gier, Hass, Verblendung gezeigt, die meist als Schwein, Hahn und Schlange dargestellt werden. Diese drei sind der Antrieb für „Karma“, das wiederum das Lebensrad, Samsara, in Schwung hält. Werden diese drei Grundübel durch ihre positiven Wiedersacher Gleichmut, liebevolle Güte und Einsicht, ersetzt, endet Karma und damit der Impuls zur Wiedergeburt. Befreiung ist verwirklicht.

Übersichtsartikel zum Buddhismus

Siehe dazu auch im ORF-Religionslexikon: