Zakat

Pflichtabgabe für Bedürftige im Islam

Die Pflichtabgabe (Arabisch: „Zakat“), ist die dritte der „fünf Säulen des Islam“, die anderen sind die „Schahada“ (Glaubensbekenntnis), „Salat“ (Gebet), „Saum“ im Ramadan (Fasten) und die „Hadsch“ (Pilgerfahrt). Sie ist eine Steuer auf Eigentum und wird heute oft auch als Sozialsteuer bezeichnet. Im Gegensatz zum Sadaqa, dem freiwilligen Almosen, ist die Zakat eine religiöse Pflicht. In den meisten Ländern liegt es in der Verantwortung des Einzelnen, die Zakat zu leisten. In Pakistan und Saudiarabien ist die Einhebung der Zakat staatlich organisiert.

Eine Bettlerin im Jemen
Reuters/Mohamed Al-Sayaghi
Den Armen zu geben, ist eine religiöse Pflicht im Islam.

Die Zakat wird auf die Feld- und Obsternte und Viehherden bis zu einem Zehntel der Erträge erhoben. Auf Gold und andere Edelmetalle, Edelsteine, Handelswaren und Geschäftserträge gibt es höhere Steuersätze.

Versorgung der Armen

Im Koran, Sure 9,60 („Die Buße“) sind acht Gruppen definiert, denen die Zakat zukommen soll. Nach modernen Korankommentare soll die Zakat vor allem zur Versorgung der Armen verwendet werden. Dabei kann man das Geld durchaus auch für bedürftige Verwandte einsetzen.

Gottgefälliges Almosen

Freiwillige Spenden an Arme gelten als gottgefällige Tat. An Feiertagen wie dem Id al-Fitr und dem Id al-Adha ist es üblich, Bedürftigen Almosen zu geben. Die arabische Bezeichnung für dieses freiwillige Almosen, Sadaqa, geht vermutlich auf dieselbe sprachliche Wurzel zurück wie das hebräische Zedaka, dem jüdischen Gebot, Arme zu unterstützen.

Übersichtsartikel zum Islam

Siehe dazu auch im ORF-Religionslexikon: