Islamische Glaubensinhalte

Die Einheit und die Einzigkeit Allahs sind die zentrale Glaubensgrundlage für die Muslime. Hauptquelle des Glaubens ist der an Mohammed geoffenbarte Koran.

Der Islam kennt sechs zentrale Glaubensgrundsätze („Aqida“): Der Glaube an einen Gott, die Propheten, die Engel, die offenbarten Schriften, an die göttliche Vorherbestimmung und an das Jüngste Gericht.

Das erste und grundlegende Prinzip der islamischen Theologie ist die Einheit und Einzigkeit Gottes („Tauwhid“). Gott ist der allmächtige Schöpfer, der alles Geschehen und Handeln lenkt. Er gilt als allwissend und bestimmt, was war, was ist und was sein wird. Damit steht Gott über allem, was in dem Ausspruch „Allahu akbar“, „Gott ist größer“ zum Ausdruck kommt.

Allah ist der einzige Gott

Das arabische Wort Allah bedeutet wörtlich „der Gott“, ist also kein Eigenname, sondern eine abstrakte Bezeichnung, was die Transzendenz des Göttlichen betont. Der Islam vertritt einen reinen Monotheismus und ein klar theozentrisches Weltbild. Es gilt im Islam als schwere Sünde, Gott jemanden an die Seite zu stellen.

Damit grenzt sich der Islam nicht nur vom Polytheismus, sondern auch vom Christentum deutlich ab, dessen Konzept der Trinität - Dreifaltigkeit im Islam bereits als Widerspruch zum reinen Monotheismus gedeutet wird. Der Glaube an die Einheit Gottes liegt auch dem Bilderverbot im Islam zu Grunde. Gott allein ist Schöpfer und der Mensch darf den Akt der Schöpfung nicht durch bildliche Darstellung wiederholen.

Mohammed als letzter und wichtigster Prophet

Darüber hinaus ist im Islam auch der Glaube an Engel und Propheten als Diener und Gesandte Gottes verankert. Der Islam kennt die meisten der biblischen Propheten und bezieht sich ebenso wie Juden und Christen auf Abraham als Begründer der monotheistischen Religion. Der letzte und wichtigste der Propheten ist Mohammed (570 - 632 n. Chr.), der im Gegensatz zu Jesus im Christentum allerdings nicht göttlich verehrt wird. Daher lehnen Muslime auch die Fremdbezeichnung Mohammedaner ab.

Engel werden im Islam als Diener Gottes gesehen. Sie gelten als geschlechtslose, aus Licht erschaffene Wesen, die weder menschliche Eigenschaften noch Bedürfnisse besitzen. Sie begleiten die Menschen und schreiben deren Handlungen in einem Buch nieder. Sie schützen die Menschen und fungieren darüber hinaus als göttliche Boten. Als bedeutendster Engel wird Gabriel als Überlieferer der göttlichen Botschaft, des Koran, an den Propheten Mohammed verehrt.

Koran als letztgültige Offenbarung Gottes

Ein weiterer Glaubensgrundsatz ist die Anerkennung der Offenbarungsbücher, wobei neben dem Koran auch die Thora (jüdische Bezeichnung für die fünf Bücher Mose), die Psalmen und das Neue Testament als göttliche Offenbarungstexte verstanden werden. Nach muslimischer Auffassung hat Gott den Menschen zu unterschiedlicher Zeit und in unterschiedlichen Sprachen seine Offenbarung zukommen lassen, wobei immer die jüngere Schrift das ältere Buch ablöst. Das letztgültige Buch ist damit der Koran.

Zwischen Willensfreiheit und Allmacht Gottes

Das Menschenbild im Islam ist durch den Widerspruch zwischen dem Glauben an die Willensfreiheit des Menschen einerseits und die Allmacht Gottes sowie die Vorherbestimmtheit aller Dinge („al-Qadar“) andererseits geprägt. Da Gott als universaler und allmächtiger Schöpfer auch das menschliche Handeln bestimmt, bleibt die Frage, inwieweit die Menschen ihr Tun selbst beeinflussen und damit auch verantwortlich sind. Der Glaube, das Schicksal („Maktub“) jedes Menschen sei bereits bei seiner Geburt festgeschrieben und könne damit nicht verändert werden, hat sich vor allem im Volksislam durchgesetzt.

Allerdings wird im Koran an mehreren Stellen betont, dass der Mensch frei und damit für sein Tun auf Erden verantwortlich sei. Der Mensch muss zwischen Gut und Böse wählen und kann dadurch sein Schicksal nach dem Tod beeinflussen. Die Idee einer Erbsünde gibt es dabei im Islam nicht. Jeder Mensch verfügt grundsätzlich über den Verstand, um die göttliche Schöpfungsordnung zu erkennen, und um richtig und falsch voneinander zu unterscheiden. Verstand und Glauben stehen im Islam keineswegs im Widerspruch zueinander, die Prinzipien von Rationalität und Vernunft spielen in der islamischen Theologie und Rechtsordnung vielmehr eine wichtige Rolle.

Himmel für die Gläubigen, Hölle für die Ungläubigen

Die größte Sünde des Menschen ist es, die sechs Glaubensgrundlagen nicht zu achten. Verfehlung gegen Ge- und Verbote im Alltag gelten dann als besonders verwerflich, wenn sie wissentlich und willentlich geschehen. Der Koran betont aber auch die Güte und Gnade Gottes, der den Menschen vergibt, die ihre Sünden ehrlich bereuen.

Am Tag des Jüngsten Gerichts werden alle Menschen vor Gott treten und sich vor ihm für ihre irdischen Taten rechtfertigen müssen. Wer auf Erden gerecht gehandelt hat wird ins Paradies gehen, alle Ungläubigen und Sünder werden in der Hölle bestraft. Der Jüngste Tag ist der Tag der Auferstehung, an dem alle Toten wieder auferweckt werden und an dem alles Irdische zerstört wird.

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Siehe dazu auch im ORF-Religionslexikon: