Rama

Eine der populärsten Gottheiten des Hinduismus

„Rama“ (auch Ram) ist eine der populärsten Gottheiten im Hinduismus. Die Überlieferung betrachtet ihn als siebenten „Avatara“, eine menschliche Inkarnation des Gottes Vishnu. Dargestellt wird Rama so wie Vishnu meist mit blauer Hautfarbe, in Südindien auch grün. Typische Attribute sind Pfeil und Bogen.

Obwohl er wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist, gehen viele Hindus davon aus, dass er tatsächlich gelebt hat. Er soll als König von Ayodhya, im heutigen indischen Bundesstaat Uttar Pradesh, gelebt und als perfekter Herrscher regiert haben. Zu Rama gehört seine Gattin Sita, die Herabkunft von Vishnus Ehefrau Lakshmi. Durch Intrigen musste Rama einige Jahre auf seinen Thron verzichten und im Wald leben, begleitet von seinem Bruder Lakshman und Sita. Erst danach konnte er sein Volk in eine friedliche und glückliche Zeit führen.

Überliefert wird Ramas Geschichte im großen Epos „Ramayana“, von dem es mehrere Versionen in verschiedenen Sprachen, selbst in außerindischen Kulturen, gibt.

Rama hat Vorbildfunktion

Trotz seines harten, menschlichen Schicksals hält der tugendfeste Rama unerschütterlich an seiner Pflicht fest. Vielfach betrachten ihn hinduistische Traditionen darum noch heute als Vorbild des idealen Sohnes, Gatten und Vaters. Sita dagegen verkörpert die perfekte, treue Ehefrau.

Der höchste Feiertag im Zusammenhang mit Rama ist „Ramnavami“, an dem Hindus seine Geburt feiern (mehr zu hinduistischen Feiertagen im Beitrag Hinduistische Glaubenspraxis). Gläubige führen einige Tage hindurch sogenannte „Ram-Lilas“ auf, in denen sie Episoden der Geschichten aus dem Leben Rama darstellen. In vielen Häusern oder Tempeln trägt man mehrere Tage hindurch ohne Pause die Geschichten von Rama vor.

„Ram Ram“ oder „Sita Ram“ sind besonders im Norden von Indien populäre Grußformeln. „Ram, Ram“, diese Anrufung seines Gottes sollen auch die letzten Worte von Mahatma Gandhi gewesen sein.

Übersichtsartikel zum Hinduismus

Siehe dazu auch im ORF-Religionslexikon: