Trinität (Dreifaltigkeit)

Dreieinigkeit von Gott, Sohn und Heiligem Geist im Christentum

Christen bekennen sich zu dem einem und einzigen Gott, den sie zugleich als einen dreieinigen verstehen. Gegner des Christentums unterstellen, dass es sich dabei um eine Art von Vielgötterei handelt, andere Kritiker meinen, die Trinität (wie sie später genannt wurde) sei erst eine spätere Erfindung altkirchlicher Theologen. In Wirklichkeit ist die Rede vom dreieinigen Gott bereits im Neuen Testament klar erkennbar. So spricht Jesus von seinem Vater, in dessen Auftrag er, der Sohn, handelt, und er verspricht seinen Anhängern den Heiligen Geist.

Dreieinigkeit als Zentrum des christlichen Glaubens

Was dann in den Konzilien der Antike versucht wurde und ins Glaubensbekenntnis Eingang gefunden hat, waren Überlegungen, wie denn Einheit und Vielheit in Gott zusammengedacht werden könnten. Terminologie und Begrifflichkeit der damaligen Philosophie verstellen heute oft den Zugang zu diesem Zentrum christlichen Glaubens. Schon allein die Rede von den drei Personen in Gott ist irreführend, weil heute unter Person ein eigenständiges Individuum verstanden wird.

Die von den altkirchlichen Konzilien versuchten Lösungen haben auch zu vielfältigen Kirchenspaltungen geführt. So entschied z.B. das erste Konzil von Konstantinopel (381), dass der Heilige Geist von Gott-Vater ausgeht. In der Westkirche bürgerte sich jedoch ein, dem Glaubensbekenntnis das Wort „filioque“ hinzuzufügen, das besagt, dass der Heilige Geist auch vom Sohn ausgeht. Dieser Zusatz wird bis heute von den orthodoxen Kirchen abgelehnt und ist eines der Motive für die Trennung von Ost- und Westkirche.

Kommunikationsprozess in Gott selbst

Um die Rede vom dreieinigen Gott zu verstehen, kann von dem Satz ausgegangen werden: „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,8). Liebe braucht ein Gegenüber, aber Gott braucht nicht die Schöpfung, um ein liebender Gott zu werden. Er ist liebend in sich, aber ohne sich der Selbstliebe hinzugeben, sondern aufgrund eines immerwährenden liebenden Kommunikationsprozess in Gott selbst, was mit den Begriffen Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Geist zum Ausdruck gebracht wird. Freilich können solche theologischen Überlegungen dazu führen, menschliche Vorstellungen in Gott zu projizieren, der „im unzugänglichen Licht“ wohnt (1 Tim 6,16).

Der christliche Glaube beruht auf Offenbarung, durch die Gott seinen Willen den Menschen zu erkennen gibt. Damit die Menschen verstehen, berücksichtigt Gott das menschliche Fassungsvermögen und tut dies, indem er zu den Menschen spricht, schon durch die Propheten und zuletzt durch Christus als das Wort Gottes. Trinität bedeutet, dass der eine Gott auf dreifache Weise schöpferisch handelt: als Schöpfer der Welt und des Menschen, als Offenbarer in Jesus Christus und als einer, der die Menschen durch seinen Geist inspiriert.

Drei göttliche Dimensionen

Diese drei schöpferischen Tätigkeiten Gottes beziehen sich auf die drei wesentlichen Dimensionen menschlichen Daseins: auf die geschaffene leibliche Natur, auf die Geschichte, die er in Jesus Christus begleitet, und auf die menschliche Geist-Seele. In diesem Sinne fasst der Apostel Paulus zusammen (2 Kor 4,6): „Denn der Gott, der gesagt hat: Aus der Finsternis soll Licht aufstrahlen (Schöpfung), er ist es, der es hat aufstrahlen lassen in unseren Herzen (Heiliger Geist), so dass die Erkenntnis aufleuchtet, die Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes auf dem Angesicht Jesu Christi (Offenbarung).“

Der dreieine Gott ist weder eine späte Erfindung noch ein unverständliches Mysterium, sondern durch die Heilige Schrift bezeugt: Gott will und kann als einer erkannt werden, der in seinem schöpferischen Handeln das ganze menschliche Dasein umfasst.

Dreieinigkeit auch Thema in der Kunst

Daher durchzieht das Bekenntnis zur Dreieinigkeit Gottes alle christlichen Texte. Der Segen wird im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes gesprochen und das Kreuzeichen mit denselben Worten als Geste der gläubigen Zustimmung geschlagen. Die Kunst hat das Thema immer wieder aufgegriffen. Die drei Männer, die Abraham die Geburt des Isaak voraussagen (Gen 18), gelten als Vorzeichen der Trinität und sind ein häufiges Motiv auf Ikonen. Im Westen ist der „Gnadenstuhl“ eine verbreitete Darstellung: Gottvater hält das Kreuz, über ihn schwebt die Taube als Bild des Heiligen Geistes.

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