Heiligenkreuzer Mönche singen mit Timna Brauer

Die weltbekannten singenden Mönche aus dem Zisterzienserstift Heiligenkreuz (NÖ) veröffentlichen im Frühjahr zusammen mit der jüdischen Sängerin Timna Brauer ein neues Album unter dem Titel „Chant for Peace“.

Auf dem Tonträger wird der Gregorianische Choral der Mönche mit Brauers vom Kammermusikorchester Elias Meiri Ensemble begleiteten chassidischen und jemenitischen Gesängen verbunden. Die gemeinsame CD sei auch ein Zeichen gegen einen sich ausbreitenden Antisemitismus, hieß es am Donnerstag bei der CD-Präsentation durch Abt Maximilan Heim, Timna Brauer und Stiftskantor Simeon Wester im Stift Heiligenkreuz. Für die Veröffentlichung habe man mit dem 8. Mai bewusst den 70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und der NS-Herrrschaft in Europa gewählt.

Singen gegen Antisemitismus

Die Heiligenkreuzer Mönche waren 2008 unerwartet zu musikalischen Superstars geworden, als eine CD-Aufnahme ihrer Gregorianischen Gesänge zum Welthit wurde. Das neue christlich-jüdische Gemeinschaftsprojekt mit Timna ist bereits der fünfte Tonträger der „Chant“-Reihe. Nach der ersten, mehrfach mit Platin ausgezeichnete „Chant“-CD „Music for Paradise“ ist es das zweite Album, das mit der „Deutsche Grammophon“ bei einem großen internationalen Musiklabel erscheint.

Heiligenkreuzer Mönche beim Singen
APA/Herbert Pfarrhofer
Heiligenkreuzer Mönche bei der Probe

Entstanden ist das neue Album nach einem jüdisch-christlichen Benefizkonzert der Mönche mit Brauer im vergangenen Herbst in der Heiligenkreuzer Abteikirche im Rahmen der Gedenktage zur Erinnerung an die Novemberpogrome in Österreich und Deutschland von 1938. Brauer und der Heiligenkreuzer Pater Karl Wallner hatten einander zuvor bei einer Talkshow im Fernsehen kennengelernt. Die Sängerin schlug dabei vor, geistliche jüdische Musik im Stift aufzuführen. Wallner lud Brauer daraufhin in die Abtei ein. Das gemeinsame Konzert vor mehr als 1.000 Zuhörern wurde zu einem großen Erfolg.

In Zusammenhang mit „Nostra aetate“

Das CD-Projekt steht auch im Zusammenhang mit dem diesjährigen 50-Jahr-Jubiläum der Erklärung „Nostra aetate“ des Zweiten Vatikanischen Konzils zur Haltung der Kirche zum Judentum. „Wir wollten nicht irgendetwas kompliziertes Religionspolitisches machen, sondern auf der Ebene der Emotionen und mit Musik zeigen, dass das zusammengehört“, schilderte Wallner am Donnerstag gegenüber Kathpress. Daraus entstand zunächst das Benefizkonzert.

Die Entscheidung, das neue Album aufzunehmen, sei schließlich nach den Terroranschlägen in Paris gefallen, sagte Wallner. „In der ganzen Welt breitet sich eine neue Art von Antisemitismus aus, und wir müssen uns damit auseinandersetzen. Aber wir brechen die Türen nicht gewaltsam auf. Wir warten, bis Gott sie öffnet.“

religion.ORF.at/KAP

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