Neuer Regionalvikar will Opus Dei breiter aufstellen

Robert Weber, neuer Regionalvikar des Opus Dei, will das Werk künftig in Österreich stärker auch in nichtakademischen Gesellschaftsschichten verankern.

Das hat er in einem Interview mit der „Kronenzeitung“ (Vorarlberg-Ausgabe/Wochenende) angekündigt. Das Opus Dei versuche, Menschen zu helfen, „ihren Alltag ernst zu nehmen und zu heiligen“. Das schließe auch ein, „die eigenen beruflichen Verpflichtungen ernst zu nehmen, als Mutter, als Fabrikarbeiter, als Akademiker“. Anfangs sei es für das Werk sinnvoll gewesen, mit Akademikern zu starten, „dann aber in alle Gesellschaftsschichten vorzustoßen“. Das sei auch die Realität anderer Länder, wo das Opus Dei stärker vertreten ist, betonte Weber. Nachsatz: „Ich hoffe, dass wir in Österreich bald soweit sind.“

Rund 400 Mitglieder

In Österreich hat das Opus Dei rund 400 Mitglieder, darunter 20 Priester. Die Tätigkeit begann im Jahr 1957 auf Wunsch von Kardinal Franz König, der an Opus Dei-Gründer Josemaria Escriva besonders dessen „Pionierarbeit“ in der Neuentdeckung der Rolle der christlichen Laien schätzte. 1970 übertrug der damalige Wiener Erzbischof den Priestern des Opus Dei die seelsorgliche Betreuung der Wiener Peterskirche.

Robert Weber, Regionalvikar der Opus Dei Österreich
Pressestelle Opus Dei Österreich
Der neue Regionalvikar des Opus Die für Österreich, Robert Weber

Dem Regionalvikar für Österreich untersteht auch die pastorale Arbeit in Ungarn und Rumänien. In Wien, Niederösterreich, Linz, Graz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn sowie Budapest und Bukarest betreut das Opus Dei derzeit Bildungseinrichtungen für Berufstätige, Jugendliche und Familien.

Einfluss in Kirche „nicht Realität“

Zur Bemerkung, dass man dem Opus Dei oft vorwerfe, nach mehr Einfluss in Kirche und Politik zu streben, meinte Weber, dass das nicht der Realität entspreche. Die Mitglieder des Werks würden ihre Arbeit sehr ernst nehmen und versuchten, „ihre berufliche Realität zu heiligen“. Kritiker betrachten Opus Dei als geheime katholische Gruppierung mit großen Einflussmöglichkeiten in Wirtschaft und Politik.

Dass sie dadurch auch manchmal in einflussreiche Positionen gelangen, sei nachvollziehbar. Dass aber gezielt versucht würde, „Opus-Dei-Mitglieder in Machtpositionen zu steuern, ist nicht die Realität, die ich kenne - und ich bin immerhin der neue Regionalvikar“. Sein großer Wunsch sei es, „Menschen zu Christus zu bringen. Das Opus Dei ist ein Weg dazu. Diesem Wunsch widme ich auch mein Leben“, so Weber wörtlich.

Weber (40) ist erst seit wenigen Tagen neuer Regionalvikar. Der aus Vorarlberger gebürtige Jurist, Theologe und Priester und war zuletzt in Wien in der Jugend-, Studenten- und Lehrlingspastoral des Opus Dei tätig.

Weltweit aktive Seelsorgeeinrichtung

Das Opus Dei wurde 1928 vom spanischen Priester Josefmaria Escriva - der 2002 heiliggesprochen wurde - gegründet und ist als Personalprälatur der katholischen Kirche in 67 Ländern tätig. Von derzeit 92.600 Mitgliedern sind 70 Prozent verheiratet, 30 Prozent leben als zölibatäre Laien, zwei Prozent sind Priester.

Die weltweit aktive Seelsorgeeinrichtung „bietet durch geistliche Bildung einen Weg an, inmitten alltäglicher Aufgaben ein frohes Christsein in lebendiger und persönlicher Beziehung zu Gott zu leben“, heißt es in der Eigenbeschreibung der Einrichtung.

religion.ORF.at/KAP

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