Islamkindergärten: IGGÖ-Präsident will Quotenregelung

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ), Ibrahim Olgun, hat eine Quotenregelung für ethnische Gruppen in Kindergärten vorgeschlagen.

Kontingente für unterschiedliche Ethnien würden dazu beitragen, dass Deutsch gesprochen wird, sagte er in der „Presse“ (Freitag-Ausgabe). Zudem will er auch nichtmuslimische Kinder für islamisch geführte Einrichtungen gewinnen.

Gespräche mit Stadt Wien

Derzeit führe die Islamische Glaubensgemeinschaft Gespräche mit der Stadt Wien über einen Kriterienkatalog für konfessionelle Kindergärten. „Es wäre sicher auch gut, dass ein Kontingent für eine Ethnie oder Gruppe eingeführt wird, eine Quotenregelung, sodass unter den Kindern nicht Türkisch oder Bosnisch gesprochen wird, sondern Deutsch als gemeinsame Sprache erhalten bleibt“, wünscht Olgun sich.

IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun
APA/Herbert Neubauer
IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun

Die IGGÖ sei auch nicht dagegen, dass Angehörige anderer Konfessionen oder Menschen ohne Bekenntnis islamische Kindergärten besuchen. „Das würden wir uns sogar wünschen“, meinte Olgun. Allerdings sei das bisher nicht in Anspruch genommen worden.

Ministerin: Sprachkompetenz wichtig

Bildungsminister Sonja Hammerschmid (SPÖ) sagte am Freitag, dass in Kindergärten die Sprachkompetenz im Mittelpunkt stehen sollte. Es sei zentral, Kindergärten mit einem Qualitätsrahmen zu versehen, erklärte sie, angesprochen auf den jüngsten Vorschlag Olguns. Sprachkompetenz bereits ab dem Kindergartenalter sei wichtig, denn dies verhindere Probleme später in der Volksschule, so Hammerschmid. Auf eine Quotenregelung selbst ging sie am Freitag vor dem Ministerrat nicht ein.

religion.ORF.at/APA

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