Benedikt XVI. kritisiert Social-Media-Welt

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. blickt kritisch auf die Sozialen Netzwerke. „Die mediale Begegnung schließt uns nicht mehr füreinander auf, sondern sie schließt uns zugleich von innerster persönlicher Nähe ab“, so das frühere Kirchenoberhaupt.

Benedikt XVI. schrieb das in einem am Dienstagabend in Regensburg veröffentlichten Grußwort. Vorgetragen wurde es von seinem Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, bei der Eröffnung eines Denkmals in Erinnerung an den Besuch Benedikts XVI. in der bayrischen Stadt vor elf Jahren.

Papst Benedikt XVI. beim Absetzen seiner ersten Twitter-Botschaft
dapd/Gregorio Borgia
Der damalige Papst Benedikt XVI. beim Absetzen seiner ersten Twitter-Botschaft im Dezember 2012

Bei dem Kunstwerk vor dem Portal der Kirche St. Jakob handelt es sich um ein stilisiertes Haus aus Bronze, das auf einer Stele aus schwarzem Granit steht. Darauf finden sich unter anderem eine Darstellung der Patrona Bavariae, der Schutzpatronin Bayerns, sowie Sätze aus Predigten und Ansprachen, die der Papst bei seinem Regensburger Besuch gehalten hat.

Einsamkeit als Bedrohung für viele

Zunächst sei er ein wenig überrascht gewesen, dass man ein Haus als Einladung zum Erinnern gewählt habe, schrieb der emeritierte Papst in seiner Grußbotschaft. „Aber je mehr ich darüber nachdenke, desto angemessener empfinde ich diese Lösung.“ Benedikt XVI. erinnerte an das Motto seines Bayern-Besuchs 2006 „Wer glaubt, ist nicht allein“. Das Bild des Hauses drücke den Gegensatz aus zum Verlassensein, zur Einsamkeit, die heute so viele Menschen bedrohe.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. und sein Sekretär Kardinal Georg Gänswein
Reuters/Tony Gentile
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. und sein Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein

„Mitten im Zeitalter der Medien, in dem niemand mehr allein zu sein scheint, sondern immerfort Kontakte aller Art stattfinden, scheint gerade dieses universale Miteinander wirkliche Begegnung vom Ich zum Du, von Herz zu Herz unmöglich zu machen“, so Benedikt XVI. weiter. Das Haus dagegen verweise auf das wirkliche Miteinander, „in dem wir miteinander arbeiten, zu Tisch sitzen, Freude und Trauer miteinander verkosten“.

religion.ORF.at/KAP/KNA

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