Website über hingerichtete Ordensfrau Restituta

Mit einer neuen Website soll an die 1943 von den Nazis wegen „Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat“ hingerichtete Wiener Ordensschwester und Märtyrerin Maria Restituta Kafka erinnert werden.

Die von den „Franziskanerinnen von der christlichen Liebe“ initiierte Website bietet unter dem Titel „Mensch - Kämpferin - Märtyrerin“ Informationen zum Leben und Wirken der Ordensfrau. Zu sehen sind Fotogalerien, Zeitzeugenberichte sowie Informationen über ihre Seligsprechung 1998 durch Papst Johannes Paul II.

Dargestellt werden auch die zahlreichen Initiativen der Erinnerungsarbeit, darunter die Dauerausstellung „Restituta - Glaube gegen NS-Gewalt“ im Wiener Hartmannspital. Einen Schnelldurchlauf bietet eine „Timeline“-Funktion, die Schlaglichter auf Lebensstationen sowie die Wirkungsgeschichte der Ordensfrau bis heute bietet.

Schwester Restituta Kafka
APA/PR/HT
Schwester Restituta Kafka

Hinrichtung wegen „Hochverrats“

Während der Zeit des Nationalsozialismus weigerte sie sich, Kreuze abzuhängen und sie vervielfältigte ein pazifistisches Soldatenlied. Nach ihrer Festnahme im Februar 1942 wurde sie wegen „Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und am 30. März 1943 im Wiener Landesgericht hingerichtet.

Am 21. Juni 1998 wurde sie von Papst Johannes Paul II. im Rahmen seines Österreich-Besuchs in Wien seliggesprochen. Sr. Resitituta ist die einzige von einem NS-Gericht zu Tode verurteilte Ordensfrau in Österreich. Im Wiener Stephansdom erinnert ein Bronzerelief des Bildhauers Alfred Hrdlicka an sie.

Einblicke in das Leben der Ordensfrau

Interessierte können auf der Website auch den Vortrag „Kirche und Widerstand“ von Historiker Heinz Arnberger sowie den Rundfunkvortrag der kommunistischen Parteifunktionärin Anni Haider, die eine Zellengenossin Restitutas war, nachlesen. Mehrere biografische Kurzprofile ermöglichen weitere Einblicke in das Leben der Ordensfrau.

Neben Geschichte ist auch Religion ein Schwerpunkt auf der Website. Zu den Religions-Beiträgen der Seite zählen unter anderem die Predigt von Papst Johannes Paul II. anlässlich der Seligsprechung Restitutas, Lieder und Hymnen über die Ordensfrau sowie die Gründungsgeschichte der Franziskanerinnen von der christlichen Liebe („Hartmannschwestern“), denen Restituta angehörte.

Die Website informiert außerdem über aktuelle Beiträge und Termine und stellt Fotos, Hörproben und Videos inklusive Augenzeugenberichten zur Verfügung. Auf zwei interaktiven Landkarten wird zudem dargestellt, wo sich welt- und österreichweit Gedenkzeichen an die Märtyrerin befinden. Auch einen Online-Minishop gibt es.

Schwester gegen den Willen der Eltern

Als Helene Kafka 1894 in Hussowitz/Mähren geboren und ab 1896 in Wien aufgewachsen, war sie zunächst als Hilfskrankenpflegerin im „Kaiser-Jubiläums-Spital“ - dem heutigen Krankenhaus Hietzing - tätig. Dort kam Kafka erstmals in Kontakt mit dem Krankenpflegeorden der Franziskanerinnen von der christlichen Liebe. 1914 trat sie dem Orden in der Wiener Hartmanngasse gegen den Willen der Eltern bei und nahm den Ordensnamen Maria Restituta an. Ab 1919 war sie dann am Krankenhaus Mödling als OP-Schwester tätig.

religion.ORF.at/KAP

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