LGBT-Leitfaden für anglikanische Schulen

Die anglikanische Kirche von England (Church of England) hat für die von der Kirche geführten Schulen des Landes einen Leitfaden herausgegeben. Damit soll antihomosexuellen Feindseligkeiten besser begegnet und mehr Toleranz geübt werden.

So wird das Lehrpersonal dazu angehalten, Kindern das Tragen von Tutus, Krönchen oder Superhelden-Capes" zu erlauben, und zwar „ohne Verurteilung oder Spott“, wie der britische „Guardian“ (Onlineausgabe) am Montag schrieb. Schwerpunkt sind aber Maßnahmen zur Verhinderung von „Bullying“, also körperlicher Aggression gegen Kinder und Jugendliche, die schwul, lesbisch, bisexuell oder Transgender-Personen (LGBT) sind.

„Ohne Gender-Stereotype experimentieren“

Kindern sollte „Freiheit von Erwartungshaltungen“ gewährt werden und sie sollten in der Lage sein, „mit vielen Mänteln der Identität“ und „ohne Gender-Stereotype oder Etiketten“ zu experimentieren. So sollte es etwa Buben gestattet sein, im Rock in die Schule zu kommen, ebenso wie sich Mädchen mit Werkzeuggürtel oder als Superheldin verkleiden dürfen sollten.

Kinder in Tutus spielen
Getty Images/Tim Pannell
Kinder sollten ohne Etiketten experimentieren dürfen, so die Church of England

Schon vor drei Jahren hatte die Kirche von England in ihren 4.700 Schulen einen Leitfaden gegen Gewalt gegen homosexuelle Kinder herausgegeben. Die neue Ausgabe umfasst nun auch Kinder und Jugendliche, die sich als Transgender-Person oder bisexuell wahrnehmen.

Gegen Ausgrenzung

In einem Vorwort zu dem Dokument schrieb der Erzbischof von Canterbury und Anglikanerprimas Justin Welby, der Leitfaden helfe Schulen, „die christliche Botschaft von Liebe, Freude und das Feiern unserer Menschlichkeit ohne Ausnahme oder Ausgrenzung“.

Die britische LGBT-Organisation Stonewall begrüßte unter anderen den Leitfaden und gratulierte der anglikanischen Kirche zu dem „klaren Signal, dass homophobes, biphobes und transphobes Bullying niemals toleriert werden darf“. Ein Bericht der Organisation hatte 2017 erhoben, dass 45 Prozent der betroffenen Schülerinnen und Schüler in der Schule körperlich angegriffen worden seien.

gril, religion.ORF.at/AP

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