Buch: Vom Flüchtlingskind zur Konzertpianistin

Mit einem Kindertransport gelangte das begabte jüdische Mädchen Lisa Jura im Zweiten Weltkrieg aus Wien nach Großbritannien, wo sie später Konzertpianistin wurde. Ihre Tochter hat nun die Geschichte ihrer Mutter niedergeschrieben.

Mona Golabek, die Tochter von Lisa, erzählt gemeinsam mit Co-Autor Lee Cohen über die Macht der Musik. „Die Pianistin von Wien“ ist eine wahre Geschichte und Golabeks Reverenz an ihre Mutter.

Das Buchcover zu "Dia Pianistin aus Wien. Eine Geschichte von Überleben, Liebe und Musik" von Mona Golabek.
Verlag Amalthea

Buchhinweis

Mona Golabek & Lee Cohen, Die Pianistin von Wien. Eine Geschichte von Überleben, Liebe und Musik. Verlag Amalthea, 256 Seiten, 25 Euro.

„Halte an deiner Musik fest. Sie wird dein bester Freund fürs Leben sein.“ Das waren die letzten Sätze, die Lisa Jura von ihrer Familie mit auf den Weg gegeben werden. 14 Jahre war das „Wunderkind am Klavier“ - und Jüdin im von den Nationalsozialisten besetzten Wien. Als ihre Eltern die Chance bekamen, eine ihrer Töchter mit einem Kindertransport nach Großbritannien zu schicken, entschieden sie sich für Lisa, heißt es in einer Aussendung zur Buchpräsentation.

Den Nazis entkommen

Untergebracht in einem Londoner Kinderheim in der Willesden Lane wurde Lisas Musik zu Trost und Hoffnung für andere Flüchtlingskinder in der Fremde. Sie fasst den Mut, für die Erfüllung ihrer musikalischen Träume zu kämpfen und Konzertpianistin zu werden.

Golabek, die wie ihre Mutter Konzertpianistin wurde, schreibt: „Sie war meine erste Klavierlehrerin, und eine Stunde bei ihr war weit mehr als Klavierunterricht – es war Lebensunterricht, ein Füllhorn von Geschichten über Liebe, Leidenschaft, Lebenskampf, Lebenswillen“.

Film und Doku geplant

In den USA hat Golabek die Geschichte ihrer Mutter bereits vor mehr als 250.000 Studierenden erzählt, zuletzt sprach sie vor den Vereinten Nationen. „In den USA hat Golabeks romanhafte Erzählung über den Werdegang ihrer Mutter bereits Hunderttausende Menschen erreicht und bewegt“, so die Aussendung. Das Buch erscheint erstmals auf Deutsch.

Veranstaltungshinweis

Montag, 27. November 2017, 19.00 Uhr, Museum zur Erinnerung „Für das Kind“, Radetzkystraße 5/Eingang Pfefferhofgasse 5, 1030 Wien. Anmeldung unter info@millisegal.at erbeten.

Zu dem Buch hat die Autorin eine Performance erarbeitet, mit der sie durch die USA und Großbritannien tourt. Zum dritten Geburtstag des Museums zur Erinnerung „Für das Kind“ in Wien wird die sie bei der Buchpräsentation einen kleinen Ausschnitt aus der Performance zeigen. Auch werden Passagen aus dem Buch gelesen.

2018 sollen der BBC-Spielfilm „The Children of Willesden Lane“ und die Filmdokumentation „I am a Pianist“ über Lisa Jura und deren Tochter Mona Golabek. veröffentlicht werden. Produziert wird letzterer von Co-Autor Lee Cohen. Er ist Journalist, Drehbuchautor und Schriftsteller.

religion.ORF.at

Links: