Tag des Ehrenamts: Zehntausende im Einsatz

Zum internationalen Tag des Ehrenamtes, der am 5. Dezember begangen wird, haben zahlreiche kirchliche Organisationen ihren Dank zum Ausdruck gebracht.

Weltweit und auch in Österreich lebt die katholische Kirche davon, dass viele Gläubige ihre Überzeugung in die Tat umsetzen und sich freiwillig in den Dienst anderer stellen: „Unser Land wäre um vieles ärmer ohne die vielen Menschen, die einen Beitrag für andere und ein gutes Miteinander leisten“, würdigte Caritas-Präsident Michael Landau in Dankesworten das große Engagement der Ehrenamtlichen in Österreich.

Ehrenamtliche Mitarbeiter während einer Suppenausgabe an Obdachlose in Wien
APA/Helmut Fohringer
Ehrenamtliche während einer Suppenausgabe an Obdachlose in Wien

50.000 Ehrenamtliche allein in Caritas

Allein bei der Caritas sind landesweit aktuell rund 50.000 Menschen ehrenamtlich für Notleidende im Einsatz, unter anderem für ältere Menschen, Hospizpatienten, Menschen mit Behinderung, wohnungslose Menschen, Migranten, Flüchtlinge oder Armutsbetroffene. Landau sprach von „vielen kleinen Rettungsbooten“ der Caritas für Menschen am Rand, für welche „die Menschen, die unsere tägliche Arbeit mittragen“, der Motor seien. Dass es in allen Bundesländern einen „guten Grundwasserspiegel der Solidarität und Nächstenliebe“ und hohe Bereitschaft zur Hilfe gebe, sei ein hoher Wert.

Die Bedeutung dieses Einsatzes veranschaulichte der Caritas-Präsident anhand der aktuellen Winternothilfe für obdachlose Menschen. Erst durch die Unterstützung Freiwilliger mache Projekte wie den Canisibus möglich, bei dem die Wiener Caritas warme Suppe, Lebensmittel und Kleidung ausgibt; die Helfer hätten immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen.

Kältetelefone und Winternotschlafstellen

Freiwillige seien auch in Winternotschlafstellen, wie etwa der Wiener Gruft, im Einsatz und trugen dazu bei, dass Kältetelefone u. a. in Graz, Klagenfurt, Salzburg und Wien jeden Abend - auch am Wochenende und an Feiertagen - betreut werden können.

Unverzichtbar sind Ehrenamtliche auch in den Pfarren, zeigte die Diözese Graz-Seckau, wo einer dieswöchigen Mitteilung zufolge derzeit 84.000 Katholiken freiwillig tätig sind. 4.500 von ihnen in den Pfarrgemeinderäten, 1.800 in Wirtschaftsräten, 2.630 als Kommunionhelfer und 680 Wortgottesdienst-Leiter, 2.300 Steirer engagieren sich in der pfarrlichen Öffentlichkeitsarbeit, 17.000 bei der Sternsingeraktion der Dreikönigsaktion und 4.000 bereiten Kinder und Jugendliche auf die Erstkommunion oder Firmung vor.

87 wirken als Seelsorger in Krankenhäusern und Pflegeheimen, 100 in der Telefonseelsorge, und auch die Notfall- und Gefangenenseelsorge, die geistliche Begleitung und die Pfarrcaritas seien zu einem guten Teil von Freiwilligkeit getragen.

„Jugend Eine Welt“ feierte schon

Das Hilfswerk „Jugend Eine Welt“ feierte im Vorfeld des „Tag des Ehrenamtes“ das 20-Jahr-Jubiläum der Freiwilligeneinsätze im Ausland. Über 650 junge Erwachsene aus Österreich seien seit 1997 bereits in Don-Bosco-Projekte Afrikas, Asiens oder Lateinamerikas entsendet worden, die meisten davon für einen einjährigen Einsatz.

Das Jugendprojekt wird nach 15 Jahren Alleinträgerschaft mittlerweile über die mit den Salesianern Don Boscos gemeinsam getragene Initiative „Volontariat bewegt“ abgewickelt und zählt mit rund 35 Entsendungen pro Jahr zu den größten in Österreichs. Mit „Senior Experts Austria“ ergänzte das Hilfswerk im Herbst 2017 sein Entsendeprogramm für qualifizierte Erwachsene durch ein Angebot für Senioren, zudem sind derzeit auch Freiwilligeneinsätze von Menschen mit Behinderung in Vorbereitung.

religion.ORF.at/KAP

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