Kirchliche Würdenträger Jerusalems warnen Trump

Die christlichen Oberhäupter Jerusalems haben an US-Präsident Donald Trump appelliert, den internationalen Status der Stadt auf keinen Fall aufzukündigen.

„Jede plötzliche Veränderung würde irreparablen Schaden anrichten“, schrieben die 13 Patriarchen und Würdenträger am Mittwoch in einem offenen Brief - wenige Stunden bevor Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen und die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv in die Heilige Stadt ankündigen wollte.

Besser Friedensprozess unterstützen

„Wir sind überzeugt, dass solche Schritte verstärkten Hass, Konflikte, Gewalt und Leid in Jerusalem und dem Heiligen Land verursachen wird“, heißt es in dem Schreiben. Die 13 Unterzeichner baten Trump, vielmehr den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern zu unterstützen.

Der neuernannte Apostolische Administrator des Lateinischen Patriarchats, Pierbattista Pizzaballa (51).
APA/AP/Riccardo
Der Apostolische Administrator des Lateinischen Patriarchats, Pierbattista Pizzaballa

Ein endgültiger Frieden könne nicht erreicht werden, wenn Jerusalem nicht als Heilige Stadt und gemeinsamer Ort dreier Religionen und zweier Völker erhalten bleibe: „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit starker Unterstützung unserer Freunde, Israelis wie Palästinensern, für die Vereinbarung eines dauerhaften und gerechten Frieden arbeiten können, der allen dient, die nach der Heiligen Stadt Jerusalem streben, um deren Schicksal zu erfüllen.“

Unterzeichnet ist der Brief unter anderen vom griechisch-orthodoxen Patriarchen Theophilos III., dem Apostolischen Administrator des lateinischen Patriarchats, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, und dem Franziskaner-Kustos des Heiligen Landes, Francesco Patton.

Papst warnte ebenfalls

Papst Franziskus hatte zuvor nachdrücklich vor einer Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt von Israel gewarnt. Alle Parteien müssten den Status quo der Stadt respektieren, „wie es die entsprechenden Resolutionen der UNO vorsehen“. Der Papst verlangte bei seiner Generalaudienz am Mittwoch in Rom „Klugheit und Besonnenheit“, um neue Spannungen zu vermeiden.

religion.ORF.at/KAP/KNA

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