Neuer Bischof für Diözese St. Pölten

Für Donnerstag wird die Ernennung eines neuen Bischofs für die römisch-katholische Diözese St. Pölten erwartet. Bischof Klaus Küng tritt in den Ruhestand. Medienberichten zufolge könnte Alois Schwarz neuer Bischof werden.

Der bisherige Kärntner Bischof Alois Schwarz (65) soll neuer Diözesanbischof von St. Pölten werden. Wie die Tageszeitung „Kurier“ Mittwochfrüh auf ihrem Internetportal unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, soll Schwarz, der seit 2001 Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt ist, von Papst Franziskus zum Nachfolger des 77-jährigen St. Pöltner Diözesanbischofs Klaus Küng ernannt werden.

„Nach derzeitigem Informationsstand wird der Heilige Stuhl am Donnerstag, den 17. Mai, um 12.00 Uhr die Ernennung des neuen Bischofs der Diözese St. Pölten bekannt geben“, teilte die Diözese St. Pölten am Mittwoch auf ihrer Website in einer Reaktion auf den Medienbericht mit, allerdings ohne den Namen des künftigen Bischofs zu nennen.

Bischof Klaus Küng
APA/Erwin Scheriau
Klaus Küng tritt demnächst in den Ruhestand

Tipp: Alois Schwarz

Alois Schwarz wurde in den vergangenen Monaten immer wieder als möglicher Nachfolger Küngs genannt, u.a. weil er selbst aus Niederösterreich stammt. Im Falle der Bekanntgabe eines neuen Bischofs durch den Vatikan werde sich der künftige Diözesanbischof bei einer Pressekonferenz am Donnerstag um 13.00 Uhr im Sommerrefektorium des St. Pöltner Bistumsgebäudes vorstellen, so die Diözese.

Der seit 2004 in St. Pölten amtierende Diözesanbischof Klaus Küng - er war zuvor ab 1989 Bischof von Feldkirch - hat bereits an seinem 75. Geburtstag im September 2015 gemäß dem Kirchenrecht dem Papst seinen altersbedingten Rücktritt angeboten. Dieser wurde damals „nunc pro tunc“ („jetzt für später“) bis zur Regelung der Nachfolge durch den Vatikan angenommen.

422 Pfarren in Diözese St. Pölten

Die Diözese St. Pölten umfasst das westliche Niederösterreich. Errichtet wurde sie im Jahr 1785. Diözesanpatron ist der Heilige Hippolyt. In den 422 Pfarren im Wald- und Mostviertel lebt eine halbe Million Katholiken, die etwa 70 Prozent der Bevölkerung im Diözesangebiet ausmachen. Die katholischen Pfarren im östlichen Teil Niederösterreichs gehören zur Erzdiözese Wien.

Insgesamt wirken in der Diözese St. Pölten derzeit 468 Diözesan- und Ordenspriester, 125 Ordensfrauen und 84 Ständige Diakone. Hinzu kommen rund 100 Pastoralassistent/inn/en und Pastoralhelfer, die in der Pfarrseelsorge sowie in der kategorialen Seelsorge, vor allem in Krankenhäusern, tätig sind. An die 6.000 Frauen, Männer und Jugendliche engagieren sich ehrenamtlich in den Pfarrgemeinderäten.

Turm des St. Pöltener Doms
APA/Herbert Pfarrhofer
Am Donnerstag wird der neue Bischof für die Diözese St. Pölten bekannt gegeben

Viele Klöster und Stifte

St. Pölten ist eine „klösterreiche“ Diözese. Zu den großen Stiften und Klöstern zählen etwa Melk, Göttweig, Herzogenburg, Lilienfeld, Altenburg, Seitenstetten und Zwettl. Neben ihrer geschichtlichen und kulturellen Bedeutung kommt ihnen heute eine große Verantwortung als Schulstätten, Seelsorgezentren und „Orte der Begegnung“ zu. Etwa ein Viertel der teils sehr kleinen Pfarrgemeinden sind sogenannte „Stiftspfarren“, das heißt sie werden von Klöstern und Stiften betreut.

Zusätzlich zur Seelsorge in den Pfarren überzieht ein dichtes Netz an Beratungsstellen, Bildungsangeboten und Hilfsorganisationen die Diözese. 16 von 30 offiziellen Familienberatungsstellen im Bereich der Diözese sind in kirchlicher Trägerschaft. Dort werden Menschen kostenlos und anonym beraten. Schwerpunkte sind Beziehungsfragen zwischen Eltern und Kindern, bei Paaren, Familienberatung, Beratung nach sexuellen Übergriffen, weiters werden Psychotherapie und Mediation geboten.

Aktive Caritas

Die Caritas der Diözese St. Pölten bietet Menschen an rund 145 Standorten Hilfe, Unterstützung und Betreuung. Das Engagement umfasst den Pflege- und Hospizbereich genauso wie die Betreuung von Menschen mit Behinderungen, psychosoziale Einrichtungen und vielfältige Hilfen für Menschen in Not wie Sozialberatungsstellen und die Unterstützung von Obdachlosen- und Flüchtlingen.

religion.ORF.at/KAP

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