Papst zu Heiligem Land: Gewalt bringt Gewalt

Angesichts der Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern hat sich Papst Franziskus „sehr besorgt und betrübt“ gezeigt. „Krieg ruft Krieg, Gewalt ruft Gewalt hervor“, so das Kirchenoberhaupt.

Die Gewaltspirale führe immer weiter ab vom Weg des Friedens, des Dialogs und der Verhandlungen, sagte er am Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom. „Ich sage noch einmal: Der Gebrauch von Gewalt wird nie zum Frieden führen.“

Er empfinde „tiefen Schmerz“ wegen der Toten und Verletzten, sagte Franziskus. Ihnen und allen, die leiden, sei er nahe im Gebet und Mitleid. Erneut rief der Papst die beteiligten Seiten sowie die internationale Gemeinschaft dazu auf, sich ernsthaft um Dialog, Gerechtigkeit und Frieden zu bemühen.

Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz am Petersplatz
APA/AFP/Andreas Solaro
Papst Franziskus sagte: „Der Gebrauch von Gewalt wird nie zum Frieden führen“

Kritik an scharfer Munition

An der Grenze Israels zum Gazastreifen war es in den vergangenen Tagen zu schwerer Gewalt mit vielen Todesopfern und Verletzten auf palästinensischer Seite gekommen. Die Stimmung an der Grenze war durch die umstrittene Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem am 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels angeheizt worden.

Im Gazastreifen leben mehr als zwei Millionen Menschen. Das Gebiet ist mit 360 Quadratkilometern nur wenig größer als Bremen. Die seit dem 30. März andauernden Proteste der Palästinenser stehen unter dem Motto „Der große Marsch der Rückkehr“. Die Gebiete, aus denen sie vertrieben wurden, liegen inzwischen in Israel.

Die Palästinenser begingen am Dienstag den „Tag der Katastrophe“, mit dem sie an ihre Vertreibung im Zuge der Staatsgründung Israels 1948 erinnern. Die meisten Demonstranten blieben in Zeltlagern, einige warfen allerdings mit Steinen über die Grenze nach Israel und zündeten Autoreifen an. Zahlreiche Staaten, darunter Deutschland, hatten zur Mäßigung aufgerufen. Auf Kritik stieß der Einsatz scharfer Munition durch die israelischen Sicherheitskräfte. Mehr als 60 Palästinenser wurden dadurch getötet, mehr als 2.700 verletzt.

Gruß an Muslime zum Ramadan-Beginn

Mit Blick auf den Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan sprach der Papst am Ende der Generalaudienz muslimischen Gläubigen einen besonderen Gruß aus. „Möge diese besondere Zeit des Gebets und des Fastens helfen, auf Gottes Weg, der ein Weg des Friedens ist, zu bleiben“, sagte Franziskus.

Am Mittwoch beginnt der islamische Fastenmonat Ramadan. Für Muslime ist das Fasten, das jeweils im neunten Monat des islamischen Mondjahres stattfindet, eine der fünf Säulen ihrer Religion neben dem Pilgern nach Mekka, den täglichen Gebetszeiten, dem Glaubensbekenntnis zu Allah als einzigem Gott und dem Almosengeben.

religion.ORF.at/KAP/APA