Mitten ins Herz

Neun Jahre ist es her, seit sich der Vater der jungen Schriftstellerin Saskia Jungnikl erschossen hat. Von einer Sekunde auf die andere war plötzlich alles anders. Ihr Leben hat sich seither komplett verändert.

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ORF

Sendungshinweis

FeierAbend, Allerheiligen, 1.11.2017, 20.00 Uhr, ORF 2

Schon vier Jahre vor dem Suizid ihres Vaters, ist ihr Bruder Till ganz plötzlich im Schlaf gestorben. Die Beschäftigung mit dem Tod und dem Sterben wird für eine lange Zeit zum Mittelpunkt ihres Lebens. Sie recherchiert, sie schreibt, sie versucht

zu verarbeiten und einen anderen Umgang mit dem Leben zu finden. Für ihr Buch „Papa hat sich erschossen“ erhält Saskia Jungnikl zahlreiche Preise. Mit ihrer Mutter Susanne tauscht sie sich immer wieder aus.

Der Glaube wird für Mutter Susanne eine wichtige Stütze – Saskia sucht nach anderen Wegen, ihre Angst vor dem Tod, die sie nach dem Suizid ihres Vaters ganz eingenommen hat, zu überwinden. „Ich habe beschlossen, mich dieser Angst zu stellen, im Sinne einer Konfrontationstherapie, mit offenem Ausgang.

Ich habe den Tod aufgesucht. Ich war im Leichenschauhaus, bei Bestattern, in einem Hospiz, in einem Institut, das die Biologie des Alterns erforscht, … Ich habe mich mit dem Ursprung des Todes beschäftigt, gelernt, wie Religionen mit ihm umgehen und herausgefunden, was Philosophen über das Sterben denken.

Ich habe über Trauer geredet und mit klugen Menschen Listen erstellt, die vielleicht Antworten auf ein paar Fragen geben, die sich viele stellen und kaum jemand zu fragen traut. Ich habe versucht Antworten auf folgende Fragen zu finden: Warum müssen wir sterben? Wie kann ich mein Leben verlängern? Ist der Tod das letzte Ereignis in unserem Leben oder kommt da noch was? Wie viel ist Leben wert? Und was hilft in der Trauer?“, schreibt Saskia Jungnikl.

Ihre Suche nach Antworten auf all diese Fragen hat die Schriftstellerin in einem weiteren Buch verarbeitet: „Eine Reise ins Leben oder wie ich lernte, die Angst vorm Tod zu überwinden“ erscheint dieser Tage.

Ein Film von Michael Cencig
Redaktion: Barbara Krenn