Meister, wo wohnst du?

Rund um diese Frage gestaltete die Pfarre der Erlöserkirche im niederösterreichischen Wiener Neustadt eine Messe, die live übertragen wurde. Mit der Gemeinde feierte Kurat Bernd Kolodziejczak.

Wann in meinem Leben habe ich mich auf den Weg gemacht, Jesus nachzufolgen? Habe ich Verantwortung in seiner Kirche übernommen? „Wir bemühen uns, allen Menschen, die auf dem Weg zu Gott sind, die Gott suchen und ihm begegnen wollen, Gemeinschaft zu sein. Einheit in Vielfalt ist nicht nur eine Redensart, es wird in unserer Gemeinde täglich gelebt“, so Kurat Bernd Kolodziejczak.

Eine Fabrik wird zur Kirche umgebaut. Unkonventionelle Pfarrer und eine lebendige Gemeinde prägen seit damals das Pfarrleben. Seit den 1930er Jahren. In der Erlöserkirche von Wiener Neustadt ist jeder willkommen und herzlich eingeladen, ein Stück des Weges mitzugehen. Ob beim sonntäglichen Pfarrkaffee, beim Babytreff, in der Jungschar, der Jugendstunde, bei Familienrunden oder bei Zusammenkünften der Senioren. „Überall wird spürbar, dass wir miteinander lebendige Kirche sein wollen, die Freude ausstrahlt und begeistert“, ist das Motto des Seelsorgeteams.

Rede, Herr! Dein Diener hört

Lesung: 1 Samuel 3

In jenen Tagen schlief der junge Samuel im Tempel des Herrn, wo die Lade Gottes stand. Da rief der Herr Samuel, und Samuel antwortete: „Hier bin ich.“ Dann lief er zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen. Geh wieder schlafen!“ Da ging er und legte sich wieder schlafen. Der Herr rief noch einmal: „Samuel!“ Samuel stand auf, ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Eli erwiderte: „Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn. Geh wieder schlafen!“

Samuel kannte den Herrn noch nicht, und das Wort des Herrn war ihm noch nicht offenbart worden. Da rief der Herr Samuel wieder, zum dritten Mal. Er stand auf, ging zu Eli und sagte: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben gerufen hatte. Eli sagte zu Samuel: „Geh, leg dich schlafen! Wenn er dich wieder ruft, dann antworte: ‚Rede, Herr; denn dein Diener hört.‘“ Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder. Da kam der Herr, trat zu ihm heran und rief wie die vorigen Male: „Samuel, Samuel!“ Und Samuel antwortete: „Rede, denn dein Diener hört.“ Samuel wuchs heran, und der Herr war mit ihm und ließ keines von all seinen Worten unerfüllt.

Sie sahen, wo er wohnte, und blieben bei ihm

Evangelium: Johannes 1

In jener Zeit stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: „Seht, das Lamm Gottes!“

MUSIK

Komm, folge Jesus!

Der in seinem Wort uns hält

Gloria! Gloria!

Halleluja

Rund um den Tisch

Heilig bist du, Herr der Schöpfung

Wenn wir das Leben teilen

Jesus, dein Licht

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Weihrauchcombo
Leitung: Christian Zierhofer

Schola
Leitung: Wolfgang Patek

Orgel: Christa Patek

Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: „Was wollt ihr?“ Sie sagten zu ihm: „Rabbi“, - das heißt übersetzt: Meister -, „wo wohnst du?“ Er antwortete: „Kommt und seht!“ Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden.“ Messias heißt übersetzt: der Gesalbte - Christus. Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: „Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen.“ Kephas bedeutet: Fels - Petrus.

Christus in meinem Leben sichtbar machen

Predigt

Meister wo wohnst du? Diese schüchterne Frage der Jünger ist nicht einfach eine Frage nach einem Ort oder einer Adresse. Nein, sie beinhaltet viel mehr. Die Jünger fragen nach dem Sein Jesu. Meister, wer bist du, wo ist deine Mitte, Jesus, was ist deine Botschaft? Die Antwort Jesu? - Eine Einladung: Kommt und seht! So beginnt das Abenteuer der Apostel - als eine Begegnung von Menschen, die sich einander öffnen. So beginnt für die Jünger das direkte Kennenlernen Jesu. Sie sehen, wo er wohnt, und beginnen ihn kennenzulernen, sie beginnen ihn zu verstehen, sie beginnen ihn zu lieben. Denn nur durch diese Beziehung mit Jesus ist es den Aposteln möglich hinauszugehen und mit Begeisterung zu erzählen, was sie erlebt haben. Mit Freude zu erzählen, was sie bewegt - und warum Christus die Mitte ihres Lebens ist.

Und diese Einladung Jesu gilt auch uns. Jedem einzelnen von uns. Sie gilt dir, dir, dir und auch mir. Papst Benedikt formulierte es einmal so: „Unser Christsein gründet nicht auf einer trockenen Theorie oder einer überholten Tradition. Christsein heißt Begegnung mit Jesus Christus, der lebt und der mich ruft. ‚Meister, wo wohnst du?‘, fragen im Evangelium die ersten Jünger, und der Herr lädt sie ein: ‚Kommt und seht!‘ Diese Einladung gilt auch uns, hier und heute. Je mehr wir uns Christus nähern, um so stärker werden wir von seiner Liebe und seinem Leben erfüllt. Und diese Begeisterung im Herrn wollen wir an unsere Mitmenschen weitergeben. Er ist es, der unser Leben hell und froh macht.“

Und dies wünsche ich uns allen. Dass du diese Begeisterung, dass du die Freude über die Freundschaft mit Christus hinausträgst in unsere Welt und so Christus in deinem Leben sichtbar machst, durch dein Reden und Denken, durch dein Sein und Tun.

Die Geschichte der Erlöserkirche

Als Katechet der neu gegründeten Pestalozzischule in Wiener Neustadt hatte es der jungen Kurat Arnold Dolezal bedauert, dass Gläubigen westlich des Bahndammes der Stadt wegen des weiten Weges nur selten zu den Gottesdiensten im Dom oder im Neukloster kamen.

schlichtes Gotteshaus der 1930er Jahre, weiß und niedrig mit Fensterdach und darauf sitzendem Kreuz
David Faiman
Fabrik wurde zum Gotteshaus

Also setzte er alle Hebel in Bewegung, um eine Lösung zu schaffen, und es gelang, dafür eine stillgelegte Leder- und Schuhfabrik zu erwerben.
Nach Plänen von Clemens Holzmeister gestaltete sodann Baumeister Rupert Dinhobl die Fabrikshalle um. Markanteste Neuerungen außen wurden eine Glockenmauer mit hochragendem Kreuz und eine Eingangshalle mit dem eingefassten Kirchenplatz. Innen war es das wie eine Bühne wirkende Presbyterium, das alle Blicke zu einem schlichten Altar lenkt. Sieht man zu ihm, sieht man ein Kreuz die Stirnwand prägen, gestaltet von einem Schüler des Bildhauers Anton Hanak. Die Einweihung der Erlöserkirche im Jahr 1932 wurde schließlich zum Volksfest. Heute ist die Pfarre Teilgemeinde der Propstei-Pfarre Wiener Neustadt und gehört zur Erzdiözese Wien.

Aktuelles in der Gemeinde

www.erloeserkirche.at

Kontakt

Dompfarre Wiener Neustadt
Erlöserkirche
Domplatz 1
2700 Wiener Neustadt
Österreich

gottesdienst@orf.at

Redaktion und Bildregie

Thomas Bogensberger