Grazer Minoriten-Kulturzentrum setzt weiter auf Mehrsparten-Programm
Rund 19.000 Besucher haben im Vorjahr das Kulturprogramm des Grazer
Kulturzentrums bei den Minoriten in Anspruch genommen. Der
"Erfolgs-Mix" der Grazer Institution, die sich als ein Zentrum
für zeitgenössische Gegenwartskultur und Religion etabliert hat: ein
buntes Mehrsparten-Programm.
Diesem Mehrsparten-Programm will das Kulturzentrum auch im kommenden Jahr
treu bleiben: Von zeitgenössischer bildender Kunst zum Thema
"Brot" über Lesungen mit beispielsweise Marlene Streeruwitz und
Josef Winkler bis hin zum "Grazer Tanzfrühling" reichen die
Pläne des Kulturzentrums unter der Leitung von Johannes Rauchenberger, der
das neue Programm am Dienstag in Graz vorgestellt hat.
Besucherzuwachs von rund 25 Prozent
Gleich um ein Viertel mehr Besucher hatte das Kulturzentrum mit Beginn
der neuen Leitung im Jahr 2000 zu verzeichnen. Der Wert konnte auch in
diesem Jahr gehalten werden. "Wir erfahren viel Zuspruch, was uns
freut", so Rauchenberger. Nur das Geld für die vermehrte Anstrengung
sei gleich geblieben, fügte der junge Theologe und Kunsthistoriker kritisch
hinzu: Mit seinen rund drei Millionen Schilling stellt das Kulturzentrum
jährlich rund 170 Veranstaltungen
auf die Beine.
"Literatur ohne Grenzen"
Darunter befinden sich im nächsten Jahr unter anderem gleich im Jänner
eine Lesereihe zur "Literatur jenseits der Grenzen" mit
Schriftstellern aus Brünn, Bordeaux, Belgrad, Berlin und Plov (Beginn am
29. Jänner). Bereits für den 24. Jänner ist ein Leseabend mit
Robert Menasse, Josef Winkler, Marlene Streeruwitz und Jenny Erpenbeck
vorgesehen. Im Bereich Theater sollen das ganze Jahr über verstärkt
Theatertage für junges Publikum stattfinden, an denen die Kinder und
Jugendlichen auch gleich selbst in Workshops Bühnenluft schnuppern können
(erstmals am 14. Februar).
Ausstellung über Brot
Im Bereich Bildende Kunst wird u.a. eine Ausstellung ganz aus und über
Brot zu sehen sein. Eingeladen wurde dafür der Kärntner Künstler Michael
Kos, der das Lebensmittel für seine künstlerischen Arbeiten entdeckt hat
(zu sehen ab dem 20. April). Junge polnische Malerei wird im Juni
präsentiert werden, und für Oktober nächsten Jahres ist man noch mit dem
britischen Biennale-Teilnehmer Mark Wallinger "im Gespräch", so
Rauchenberger.
Tanz im März 2002
Im März steht der so genannte Grazer Tanz-Frühling, der der modernen
polnischen Tanzszene gewidmet ist, am Programm (vom 2. Bis 9. März). Für
Herbst des Jahres ist eine eigene Tanzschiene mit neuen österreichischen
Produktionen angesetzt. Zu den musikalischen Höhepunkten zählt im
kommenden Jahr die Aufführung des 70-minütigen
Zyklus "Necessita d'Interrogare il Cielo" des Italieners
Giorgio Netti durch den Baseler Sopransaxophonisten Marcus Weiss.
Das jeweilige aktuelle Monatsprogramm findet sich auch im Internet.
|