Papstreise nach Russland nimmt Formen an
Die Bemühungen um die geplante Papstreise nach Russland werden
intensiviert. St. Petersburg und Kasan könnten Ziele der Papstreise werden.
Der Widerstand der russisch-orthodoxen Kirche gegen den Besuch von Johannes
Paul II. sei in den vergangenen Monaten schwächer geworden.
Die beiden russischen Metropolen St. Petersburg und Kasan könnten Ziele
einer möglichen Papstreise nach Russland sein. Das geht aus Meldungen
russischer Medien hervor. Generell lautet Kathpress zufolge der Tenor, der
Widerstand der russisch-orthodoxen Kirche gegen einen derartigen Besuch sei
heute wesentlich schwächer als vor den Terrorschlägen in den USA und der
darauf gefolgten Aufwertung des geo- politischen Gewichts Russlands und der
GUS-Staaten in Asien.
Schriftliche Einladung
Wie die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS meldete, sei Papst
Johannes Paul II. vom tatarischen Präsidenten Mintimer Schaimijew zu einem
Besuch Kasans eingeladen worden. Der Besuch in der Gebietshauptstadt Kasan
könne 2005 anlässlich des 1000. Gründungs- tages der Stadt stattfinden.
Ikone der "Kazanskaja"
Beim Besuch in Kasan solle es auch um die Rückgabe der Ikone der "Kazanskaja"
gehen. Diese gilt als "Beschützerin Russlands". 1904 war sie aus
der Kasaner Kathedrale am Roten Platz in Moskau gestohlen worden. Im Zweiten
Weltkrieg tauchte sie in Fatima auf, wo für sie eine Kapelle errichtet
wurde. Daraufhin übernahm sie der Vatikan.
St. Petersburg
Als zweiter Besuchsort einer möglichen Papstreise nach Russland gilt die
Hafenstadt St. Petersburg, die zweitgrößte Stadt der Russischen
Föderation mit 4,8 Millionen Einwohnern, davon etwa 50.000 Katholiken. 1995
zog das katholische Priesterseminar von Moskau nach St. Petersburg, heute
studieren dort mehr als 80 Kandidaten.
Stille Diplomatie
Dass hinter den Kulissen einiges in Richtung Papstbesuch in Russland in
Gange ist, kann auch aus einem Interview des russischen Botschafters am
Heiligen Stuhl, Witalij Litwin, ersehen werden. Wörtlich erklärte Litwin
laut "Catholic World News": "Der 11. September hat auch die
Russen an die Wichtigkeit der Einheit erinnert. Ein Papstbesuch wäre ein
Signal dazu. Die Hindernisse sind vor dem Abbau, und ich glaube, wir müssen
nicht mehr lange warten, bis der Besuch stattfindet".