News 28. 12. 2001

Papstreise nach Russland nimmt Formen an

Die Bemühungen um die geplante Papstreise nach Russland werden intensiviert. St. Petersburg und Kasan könnten Ziele der Papstreise werden. Der Widerstand der russisch-orthodoxen Kirche gegen den Besuch von Johannes Paul II. sei in den vergangenen Monaten schwächer geworden.

Die beiden russischen Metropolen St. Petersburg und Kasan könnten Ziele einer möglichen Papstreise nach Russland sein. Das geht aus Meldungen russischer Medien hervor. Generell lautet Kathpress zufolge der Tenor, der Widerstand der russisch-orthodoxen Kirche gegen einen derartigen Besuch sei heute wesentlich schwächer als vor den Terrorschlägen in den USA und der darauf gefolgten Aufwertung des geo- politischen Gewichts Russlands und der GUS-Staaten in Asien.

Schriftliche Einladung

Wie die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS meldete, sei Papst Johannes Paul II. vom tatarischen Präsidenten Mintimer Schaimijew zu einem Besuch Kasans eingeladen worden. Der Besuch in der Gebietshauptstadt Kasan könne 2005 anlässlich des 1000. Gründungs- tages der Stadt stattfinden.

Ikone der "Kazanskaja"

Beim Besuch in Kasan solle es auch um die Rückgabe der Ikone der "Kazanskaja" gehen. Diese gilt als "Beschützerin Russlands". 1904 war sie aus der Kasaner Kathedrale am Roten Platz in Moskau gestohlen worden. Im Zweiten Weltkrieg tauchte sie in Fatima auf, wo für sie eine Kapelle errichtet wurde. Daraufhin übernahm sie der Vatikan.

St. Petersburg

Als zweiter Besuchsort einer möglichen Papstreise nach Russland gilt die Hafenstadt St. Petersburg, die zweitgrößte Stadt der Russischen Föderation mit 4,8 Millionen Einwohnern, davon etwa 50.000 Katholiken. 1995 zog das katholische Priesterseminar von Moskau nach St. Petersburg, heute studieren dort mehr als 80 Kandidaten.

Stille Diplomatie

Dass hinter den Kulissen einiges in Richtung Papstbesuch in Russland in Gange ist, kann auch aus einem Interview des russischen Botschafters am Heiligen Stuhl, Witalij Litwin, ersehen werden. Wörtlich erklärte Litwin laut "Catholic World News": "Der 11. September hat auch die Russen an die Wichtigkeit der Einheit erinnert. Ein Papstbesuch wäre ein Signal dazu. Die Hindernisse sind vor dem Abbau, und ich glaube, wir müssen nicht mehr lange warten, bis der Besuch stattfindet".

 

 

 

 
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