News 08. 01. 2002

Kurienkardinal Kasper gegen Kommunion für Nichtkatholiken

Der deutsche Kurienkardinal Kasper spricht sich deutlich gegen eine "Gastfreundschaft" gegenüber Nichtkatholiken bei der Eucharistie aus. Erst vor wenigen Tagen hat der Vatikan erneut klargestellt, dass die "Interzelebration" kirchenrechtswidrig wäre.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper, meinte, eine "Gastfreundschaft" gegenüber Nichtkatholiken bei der Eucharistie wäre nicht möglich. Wer die Gemeinschaft mit dem Papst nicht als Teil seiner Glaubensüberzeugung ansehe, "kann, wenn er ehrlich ist, gar nicht an der Eucharistie teilnehmen wollen", erklärte Kasper laut "Kathpress".

Gegenwart Christi

Für den Empfang der Kommunion für nichtkatholische Christen bei katholischen Gottesdiensten wäre, so Kasper, die "Handregel" des Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn anzuwenden. Diese besage: Wer auf das eucharistische Hochgebet ehrlichen Herzens mit 'Amen' antworten kann, der kann auch die Kommunion ehrlichen Herzens empfangen. Jeder Getaufte könne an der Eucharistie teilnehmen, wenn er aus Überzeugung mit vollziehen kann, was dort nach katholischem Glauben geschieht. Es gehe um die Gegenwart Christi in Gestalt von Brot und Wein, um die Gemeinschaft mit den Heiligen, dem Papst und dem Ortsbischof.

"Interzelebration" kirchenrechtswidrig

Der Vorsitzende der deutschen katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, ein gemeinsames "Abendmahl" von Katholiken und Protestanten werde es auf absehbare Zeit nicht geben. Im Gegensatz zur katholisches Kirche kennen die Protestanten keine Eucharistie mit dem Mysterium der Transsubstantiation. Aus diesem Grund ist für die katholische Kirche auch eine "Interzelebration" kirchenrechtswidrig: Wenn ein katholischer Priester die Eucharistie mit einem Amtsträger einer anderen christlichen Gemeinschaft, der nach katholischem Verständnis als Laie keine priesterliche Vollmachten hat, "konzelebriere", dann täusche er eine Eucharistie nur vor, die nach katholischem Glauben ungültig sei.

Eucharistiefeier mit Protestanten "schweres Vergehen"

Eine Eucharistiefeier mit Protestanten wäre für katholische Priester ein "schweres Vergehens". Das bekräftigte der Vatikan zu Beginn dieses Jahres. Diese Richtlinien wurden durch ein "Motu proprio" von Papst Johannes Paul II. mit dem Titel "Sacramentorum sanctitas tutela" (Schutz der heiligen Sakramente) in Kraft gesetzt.

 

 

 
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