Kurienkardinal Kasper gegen Kommunion für Nichtkatholiken
Der deutsche Kurienkardinal Kasper spricht sich deutlich gegen eine
"Gastfreundschaft" gegenüber Nichtkatholiken bei der Eucharistie
aus. Erst vor wenigen Tagen hat der Vatikan erneut klargestellt, dass die
"Interzelebration" kirchenrechtswidrig wäre.
Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, der
deutsche Kurienkardinal Walter Kasper, meinte, eine
"Gastfreundschaft" gegenüber Nichtkatholiken bei der Eucharistie
wäre nicht möglich. Wer die Gemeinschaft mit dem Papst nicht als Teil
seiner Glaubensüberzeugung ansehe, "kann, wenn er ehrlich ist, gar
nicht an der Eucharistie teilnehmen wollen", erklärte Kasper laut
"Kathpress".
Gegenwart Christi
Für den Empfang der Kommunion für nichtkatholische Christen bei
katholischen Gottesdiensten wäre, so Kasper, die "Handregel" des
Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn anzuwenden. Diese besage:
Wer auf das eucharistische Hochgebet ehrlichen Herzens mit 'Amen' antworten
kann, der kann auch die Kommunion ehrlichen Herzens empfangen. Jeder
Getaufte könne an der Eucharistie teilnehmen, wenn er aus Überzeugung mit
vollziehen kann, was dort nach katholischem Glauben geschieht. Es gehe um
die Gegenwart Christi in Gestalt von Brot und Wein, um die Gemeinschaft mit
den Heiligen, dem Papst und dem Ortsbischof.
"Interzelebration" kirchenrechtswidrig
Der Vorsitzende der deutschen katholischen Bischofskonferenz, Kardinal
Karl Lehmann, hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, ein gemeinsames
"Abendmahl" von Katholiken und Protestanten werde es auf absehbare
Zeit nicht geben. Im Gegensatz zur katholisches Kirche kennen die
Protestanten keine Eucharistie mit dem Mysterium der Transsubstantiation.
Aus diesem Grund ist für die katholische Kirche auch eine "Interzelebration"
kirchenrechtswidrig: Wenn ein katholischer Priester die Eucharistie mit
einem Amtsträger einer anderen christlichen Gemeinschaft, der nach
katholischem Verständnis als Laie keine priesterliche Vollmachten hat,
"konzelebriere", dann täusche er eine Eucharistie nur vor, die
nach katholischem Glauben ungültig sei.
Eucharistiefeier mit Protestanten "schweres Vergehen"
Eine Eucharistiefeier mit Protestanten wäre für katholische Priester
ein "schweres Vergehens". Das bekräftigte der Vatikan zu Beginn
dieses Jahres. Diese Richtlinien wurden durch ein "Motu proprio"
von Papst Johannes Paul II. mit dem Titel "Sacramentorum sanctitas
tutela" (Schutz der heiligen Sakramente) in Kraft gesetzt.
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