News 09. 10. 2002

Türkei: Haft für Journalisten wegen Kritik an Kopftuch-Verbot

Ein Staatssicherheitsgericht in Istanbul verurteilte einen türkischen Journalisten wegen eines kritischen Artikels über das Kopftuch-Verbot in der Türkei zu 20 Monaten Gefängnis. 

Der  Reporter der islamistischen Zeitung "Milli Gazete" wurde heute, Mittwoch, wegen "Aufstachelung zu religiösem Hass" verurteilt. In der auf Trennung von Staat und Religion bedachten Türkei ist das Tragen von Kopftüchern in Behörden und Schulen verboten.

„Urteil wäre in der EU nicht möglich“

Dem Blatt wurde ein dreitägiges Erscheinungsverbot auferlegt, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Der Redaktionsleiter wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. "Seit 45 Jahren werde ich wegen meiner Meinungen verfolgt", sagte Mehmet Sevket Eygi nach der Urteilsverkündung. "Wenn ich den Artikel in einem Land der EU oder in Kanada geschrieben hätte, wäre ich nicht verurteilt worden", demonstrierte er gegen die Entscheidung. Eygi kündigte Berufung gegen das Urteil an.

 

 

 

 
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