Türkei:
Haft für Journalisten wegen Kritik an Kopftuch-Verbot
Ein Staatssicherheitsgericht in Istanbul verurteilte
einen türkischen Journalisten wegen eines kritischen Artikels über das
Kopftuch-Verbot in der Türkei zu 20 Monaten Gefängnis.
Der
Reporter der islamistischen
Zeitung "Milli Gazete" wurde heute, Mittwoch, wegen
"Aufstachelung zu religiösem Hass" verurteilt. In der auf
Trennung von Staat und Religion bedachten Türkei ist das Tragen von Kopftüchern
in Behörden und Schulen verboten.
„Urteil wäre in der EU nicht möglich“
Dem
Blatt wurde ein dreitägiges Erscheinungsverbot auferlegt, berichtete die
Nachrichtenagentur Anadolu. Der Redaktionsleiter wurde zu einer Geldstrafe
verurteilt. "Seit 45 Jahren werde ich wegen meiner Meinungen
verfolgt", sagte Mehmet Sevket Eygi nach der Urteilsverkündung.
"Wenn ich den Artikel in einem Land der EU oder in Kanada geschrieben hätte,
wäre ich nicht verurteilt worden", demonstrierte er gegen die
Entscheidung. Eygi kündigte Berufung gegen das Urteil an.
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