News 20.
11. 2002 |
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Schönborn würdigt Otto Habsburg als "Baumeister eines neuen Europa"Als einen der "Baumeister eines neuen Europa" hat der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn den Präsidenten der Internationalen Paneuropa-Union und ehemaligen Alterspräsidenten des Europäischen Parlaments, Otto Habsburg-Lothringen, gewürdigt.Bei der Messfeier zum 90. Geburtstag des ältesten Sohnes des letzten österreichischen Kaisers Karl I. sagte Schönborn laut „Kathpress“ am Mittwoch im Wiener Stephansdom, die Sorge Otto Habsburgs gelte dem gemeinsamen Lebensraum, für den das Haus Österreich, die Casa de Austria, durch Jahrhunderte stand, aber ebenso den Beziehungen Europas zu den anderen Kontinenten. Auch Kardinal König unter den GästenBei dem Gottesdienst, an dem zahlreiche Ehrengäste aus allen Teilen Europas teilnahmen, konzelebrierten u.a. die Erzbischöfe Georg Eder (Salzburg) und Istvan Seregely (Eger), der Grazer Bischof Egon Kapellari, Militärbischof Christian Werner, Bischof Frantisek Tondra (Spis) und Bischof Franjo Komarica (Banja Luka) mit dem Wiener Erzbischof. Auch Kardinal Franz König nahm an dem Gottesdienst teil. „Jahrhundert der Wölfe“In seiner Ansprache erinnerte Kardinal Schönborn an die tragische Geschichte des Zerfalls der Habsburgermonarchie 1918 und des Wirkens "menschenverachtender und massenmordender Ideologien" in den Nachfolgestaaten. Erst langsam und mühsam erholten sich die Völker von den Gräueln des 20. Jahrhunderts, das als "Jahrhundert der Wölfe" bezeichnet worden sei. Otto Habsburg sei nicht Herrscher eines großen Reiches geworden, aber er habe "das getan, was den großen Herrscher auszeichnet: restlos und bedingungslos zu dienen". Auch in schwerster Zeit sei er Österreich beigestanden, habe es nach Kräften verteidigt und zahlreichen bedrängten Österreichern geholfen, unterstrich der Wiener Erzbischof. Dabei habe Otto Habsburg "über alle Kränkungen großherzig hinweg gesehen". „Haltung starker Gläubigkeit“Der Kardinal hob hervor, dass in dem im Aufbau befindlichen neuen Europa endlich die "alten zerstörerischen Kräfte der Ideologien und Nationalismen überwunden werden könnten". Freilich sei diese Überwindung noch nicht gesichert. Sie werde es auch nur sein und bleiben, wenn viele so wie Otto Habsburg "den Interessenegoismus, die Parteilichkeit, die kurzfristigen Erfolge auf Kosten anderer zurückstellen". Möglich sei dies nur in einer Haltung starker Gläubigkeit und völliger Dienstbereitschaft, wie sie auch für den heute 90-jährigen Chef des Hauses Habsburg kennzeichnend sei.
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