Bartholomaios
I. würdigt Friedenseinsatz von Johannes Paul II.
Der
Ökumenische Patriarch verweist auf das ökumenische Engagement des Papstes.
"Wir können zur vollen Einheit zurückfinden", so Bartholomaios
I.
Das
Oberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I., hat den Einsatz
Papst Johannes Pauls II. für den Frieden und die Ökumene gewürdigt. Bei
einer Veranstaltung der türkischen katholischen Bischofskonferenz zum
bevorstehenden silbernen Amtsjubiläum des Papstes sagte Bartholomaios I.
laut „Kathpress“ von Sonntag vor Diplomaten in Istanbul, das Zeugnis
Johannes Pauls II. als Friedensstifter erlaube es der Weltöffentlichkeit,
an "die Möglichkeit des Friedens zu glauben". Das Pontifikat
Johannes Pauls II. sei durch eine "leidenschaftliche Suche nach dem
Frieden" gekennzeichnet, so der Patriarch.
Erfahrungen
aus Polen
Diese
"leidenschaftliche Suche nach dem Frieden" sei nicht nur eine
Konsequenz der tiefen Glaubensüberzeugung des Papstes, sie beruhe auch auf
den geschichtlichen Erfahrungen seiner polnischen Heimat, die "solange
unter der totalitären Unterdrückung" gelitten habe. Das Wort
"Solidarnosc" sei in aller Welt ein Symbolbegriff für die Freunde
der Freiheit geworden, erinnerte Bartholomaios I. Aber auch die Worte des
Papstes bei seinem Polen-Besuch 1999, als er seine Landsleute daran
erinnerte, dass Freiheit in Verantwortung gelebt werden müsse und dass es
um den Aufbau einer "Kultur der Nächstenliebe" gehe, seien eine
Mahnung an alle Völker gewesen.
Dialog
wichtig
Im
Kampf um den Frieden und gegen die "Kultur des Todes" sei es
notwendig, dass die Christen mit einer Stimme sprechen, betonte der Ökumenische
Patriarch. Das Zeugnis der Christen für den Frieden werde dadurch geschwächt,
dass sie "ihre Botschaft nicht als eine Gemeinschaft" verkünden können.
Daher sei die Fortsetzung des Dialogs zwischen katholischer und orthodoxer
Kirche immer eine der Hauptsorgen Johannes Pauls II. Ausdrücklich betonte
der Ökumenische Patriarch, er sei wie der Papst überzeugt, dass die beiden
Schwesterkirchen, die tausend Jahre in voller Einheit gelebt hätten, auch
heute wieder zu voller kirchlicher Gemeinschaft finden können.
Absage
an Antijudaismus
Als
besonders bedeutsam bezeichnete der Patriarch den Besuch des Papstes im
Heiligen Land im Jahr 2000. Johannes Paul II. habe erkannt, dass der
christliche Antijudaismus im dritten Jahrtausend keine Fortsetzung finden dürfe.
"Mit schmerzerfülltem Herzen und Tränen der Reue hat der Papst mit
dem jüdischen Volk in Jerusalem gebetet, dass der Hass ein Ende nehmen möge",
sagte Bartholomaios I. Der Papst habe die ganze katholische Kirche für die
Sache des Friedens und der Gerechtigkeit in die Pflicht genommen - "und
damit auch die Christen aller anderen Traditionen". Zugleich habe
Johannes Paul II. bei der Begegnung von Christen, Juden und Muslime in
Jerusalem daran erinnert, dass die Bekenner der monotheistischen Religionen
die gleichen Überzeugungen von der menschlichen Würde und von der
menschlichen Verantwortung hätten.
Absage
an religiösen Extremismus
Heute
seien die Worte des Papstes noch bedeutsamer, unterstrich Bartholomaios I. Während
die "religiösen Extremisten" beider Seiten glauben machen
wollten, dass der "Konflikt der Kulturen" unausweichlich und dem göttlichen
Willen entsprechend sei, müsse immer wieder daran erinnert werden, dass
solche Vorstellungen den Wahrheiten von Christentum, Judentum und Islam
zutiefst widersprechen. "Ein Krieg im Namen der Religion ist ein Krieg
gegen die Religion", so der Patriarch.
|