Islamforscher
warnt vor Ausschreitungen auch in Deutschland
"Wenn
nicht mehr Anstrengungen zur Integration von Ausländern unternommen werden,
drohen Deutschland bürgerkriegsähnliche Verhältnisse wie in
Holland", sagte Tibi dem "Münchner Merkur".
Angesichts
der wachsenden Spannungen in den Niederlanden hat der Islamforscher Bassam
Tibi vor ähnlichen Verhältnissen in Deutschland gewarnt. Der
Bundesregierung bescheinigte der Göttinger Professor massive Versäumnisse:
"Die Politik redet über Integration, handelt aber nicht. Da darf man
sich nicht wundern, wenn irgendwann die Bombe explodiert."
Junge
nicht integriert
Tibi
zeigte sich überzeugt, in den nächsten zehn Jahren sei zu befürchten,
"dass wir in unseren Großstädten mit Straßenkämpfen konfrontiert
werden". Es werde "massive Auseinandersetzung geben mit der
dritten Generation der hier lebenden Ausländer". "Diese jungen
Menschen - besonders Türken - sind nicht integriert." Bei einer Rückkehr
in die Heimat ihrer Eltern würden sie dort wie Ausländer behandelt. Doch
auch in Deutschland würden sie "nicht akzeptiert". "In den
Niederlanden haben 40 Prozent der ausländischen Jugendlichen keinen
Schulabschluss und damit keine Zukunft. Das ist in Berlin nicht
anders", mahnte der Islamforscher.
Schweigende
Mehrheit
Zugleich
forderte Tibi, nach dem Mord an dem niederländischen Regisseur Theo van
Gogh müssten auch die Muslime in Deutschland "ein Zeichen
setzen". "Ich hatte gehofft, dass das schon nach dem 11. März
passiert. Die Terroranschläge in Madrid waren Europas 11. September."
Allerdings hätten sich "viele Muslime, die Islamisten sind",
dadurch eher noch bestärkt gefühlt. "Leider verhält sich die
schweigende Mehrheit der Muslime apathisch."
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