News 17. 12. 2004

Vatikan: Kardinal Tucci fordert mehr Religionsfreiheit in der Türkei

Nach dem gestrigen EU-Beschluss zu Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sieht Kardinal Tucci noch großen Handlungsbedarf seitens der Türkei.

Beim gestrigen Gipfel in Brüssel hat die Europäische Union ein Zypern-Ultimatum gestellt: Nur wenn die Türkei bis dahin das so genannte Ankara-Protokoll ratifiziert und damit Zypern indirekt als Staat anerkannt hat, sollen am 3. Oktober 2005 Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden.

Handlungsbedarf

Ziel solcher Verhandlungen soll die volle Mitgliedschaft sein, allerdings könnten die Gespräche jederzeit abgebrochen werden. Realistischerweise ist mit einer Verhandlungszeit von 15 Jahren zu rechnen. Vatikan-Kardinal Roberto Tucci sieht laut Radio Vatikan in jedem Fall noch großen Handlungsbedarf seitens der türkischen Politiker. Die Aufforderung, den christlichen Kirchen im Land einen Rechtsstatus zu verleihen, sei noch nicht erfüllt worden, so Tucci.

Religionsfreiheit

Das sei ein schwerer Verstoß im Bereich der Menschenrechte, besonders was die Religionsfreiheit anbelangt. Und die Religionsfreiheit, bilde die Grundlage aller anderen Rechte. Denn es gehe darum, das Gewissen des Einzelnen zu respektieren und ihm die Möglichkeit zu geben, seinen Glauben öffentlich und in Gemeinschaft, also in Institutionen, auszuüben. Daher sei es unerlässlich, der Türkei klar zu sagen, dass es hier wirklich Fortschritte geben müsse. Denn dieser Staat respektiere die Religionsfreiheit noch immer nicht vollständig, so Kardinal Tucci.

 

 

 

 

 
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