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News 30. 01. 2009 |
Schönborn sieht Fehler im VatikanNach Ansicht von Kardinal Christoph Schönborn sind bei der Aufhebung der Exkommunikation des britischen lefebvrianischen Bischofs Richard Williamson Fehler im Vatikan passiert."Wer die Shoa leugnet, kann nicht in seinem kirchlichen Amt rehabilitert werden", sagte Schönborn am Donnerstagabend in der ZiB 2 des ORF-Fernsehens. Hier hätten "vatikanische Mitarbeiter nicht genügend hingeschaut" und sich nicht ausreichend über Williamson informiert. Klarstellung des Papstes ist "eindeutig"Schönborn betonte jedoch, die Klarstellung des Papstes sei "völlig eindeutig" gewesen. Benedikt XVI. hatte am Mittwoch die Leugnung des Holocaust klar verurteilt den Juden seine "vollständige und nicht diskutierbare Solidarität" versichert. Der Papst hatte am Wochenende die Exkommunikation von vier Bischöfen aufgehoben, die Anhänger des 1991 verstorbenen traditionalistischen französischen Erzbischofs Marcel Lefebvre sind, unter ihnen auch Williamson. Der Kardinal betonte, dass die Absicht des Papstes "eine Versöhnung mit dieser Gruppe" und eine "Geste des Entgegenkommens" gewesen sei. Die vier Bischöfe seien allerdings "noch nicht in Amt und Würden". Solange sie "das 2. Vatikanische Konzil nicht anerkennen, wird es keine Versöhnung geben". Hamburger Weihbischof spricht von "Schlamperei"Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke bezeichnete die Rücknahme der Exkommunikation Williamsons als "Schlamperei". Wahrscheinlich sei dem Papst die Entscheidung zur Unterschrift vorgelegt worden und er habe dann entschieden. "Aber wahrscheinlich muss er den Kopf für etwas hinhalten, was er nicht gewusst hat", sagte Jaschke im Fernsehsender Phoenix. "Ich rede von Schlamperei und Betriebsunfällen, auch der Papst weiß nicht alles, er ist nicht der liebe Gott und nicht jede Torheit, die ein schismatischer Bischof äußert, wird auch in Rom registriert." Zollitsch: Verstehe KritikVerständnis für die jüdische Kritik an der Aufhebung der Exkommunikation des Holocaust-Leugners Richard Williamson äußerte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. "Ich kann verstehen, dass unsere jüdischen Brüder betroffen sind", sagte der Freiburger Erzbischof am Donnerstag in Mannheim. Die zeitliche Verknüpfung der Veröffentlichung aus dem Vatikan und der Nachricht über den Holocaust-Leugner sei "bedauerlich, nein tragisch". Der britische Bischof Williamson müsse seine "absolut inakzeptablen" Äußerungen zurücknehmen, forderte Zollitsch. Rehabilitierung "im kleinen Kreis" entschiedenZollitsch war nach seinen Worten im Vorfeld nicht über die beabsichtigte Rehabilitierung informiert. Er habe von der Entscheidung, die "im kleinen Kreis" getroffen worden sei, aus der Zeitung erfahren. Der Erzbischof zeigte sich "persönlich sehr unglücklich" darüber, dass dabei die Problematik der Person von Bischof Williamson nicht in Betracht gezogen worden sei. Williamson müsse sich von der Leugnung des Holocaust deutlich distanzieren. "Ich bin überzeugt, dass er das zurücknehmen muss und sich entschuldigen muss, wenn er in der katholischen Kirche bleiben will." Jüdischer Zentralrat erwartet KonsequenzenNach dem Bekenntnis von Papst Benedikt XVI. zur "vollen Solidarität" mit den Juden hat der Zentralrat der Juden in Deutschland verlangt, gegen Williamson vorzugehen. "Worten sollten auch Taten folgen", forderte am Donnerstag die Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch. "Einen Holocaust-Leugner zu rehabilitieren, sich diesen klaren Aussagen nicht zu widersetzen, müsste zumindest Konsequenzen dem Holocaust-Leugner gegenüber nach sich ziehen", sagte sie. Der Generalsekretär des Zentralrates, Stephan Kramer, hat Benedikts Stellungnahme "freudig aufgenommen", erwartet aber auch Konsequenzen für die Bereitschaft des Vatikans zu einem Dialog mit den Juden.
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