News 25. 01. 2012

Geplanter Stupa-Bau lässt ÖVP-FPÖ-Koalition in Gföhl platzen

Die Diskussion um den geplanten Bau eines buddhistischen Stupa in Gföhl (Bezirk Krems) hat seit Montag auch kommunalpolitische Folgen. Die ÖVP-FPÖ-Koalition ist geplatzt: Die Freiheitlichen gaben ihren Ausstieg bekannt.

Die Gemeinde und das Waldviertel bräuchten einen „Stupa so notwendig, wie Rom einen Kebabstand auf dem Petersplatz“, wurde Gottfried Waldhäusl, Klubobmann im NÖ Landtag, in einer Aussendung zitiert. Zu dem Projekt findet am 12. Februar eine Volksbefragung statt. Die Gföhler Bevölkerung soll dabei entscheiden, ob das betreffende Grundstück für die Errichtung des Sakralbaus umgewidmet werden soll. Dazu übten die Freiheitlichen am Montag ebenfalls Kritik. Es könne nicht sein, dass die Volksbefragung nur ab einer Wahlbeteiligung von 50 Prozent für den Gemeinderat bindend werde. Das Ergebnis müsse entscheidend sein, nicht die Zahl der abgegebenen Stimmen, so Stadtrat Siegfried König (F).

30 Meter hoher Stupa geplant

In Gföhl soll mit dem Sakralbau das laut Homepage der Stadtgemeinde größte Weltfriedensdenkmal Europas entstehen. Südlich der Bundesstraße 37 ist neben dem 30 Meter hohen Stupa mit einem Durchmesser von 25 Metern ein rund 600 Quadratmeter großes Gebäude mit Gemeinschaftsräumen, Wohnstudios für die Ordensmönche und -nonnen sowie Meditationsräumen geplant. Eine Wiener Stiftung will das Vorhaben realisieren. Der Gföhler Bürgermeister Karl Simlinger (V) tritt für das Projekt ein.

Unterstützung von Katholiken

Das Projekt sorgt jedenfalls seit Wochen für Diskussionsstoff. Einerseits haben namhafte kirchliche Persönlichkeiten eine „sachliche und respektvolle Diskussion“ eingemahnt. Es könne nicht angehen, „eine Ablehnung mit einer unsachlichen Diffamierung des Buddhismus zu verbinden“, hieß es in einer öffentlichen Erklärung Mitte Dezember, unterzeichnet unter anderem vom Altenburger Abt Christian Haidinger, „Furche“-Herausgeber Heinz Nußbaumer und dem Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Martin Jäggle.

Bischof Küng skeptisch

Der St. Pöltener Diözesanbischof Klaus Küng äußerte hingegen Vorbehalte. „Bei aller interreligiösen Toleranz bin ich doch ein wenig verwundert über dieses Bauprojekt“, wurde er vor mehr als einem Monat im „Kurier“ zitiert. Küng stellte auch die Frage, warum der größte Stupa Europas ausgerechnet mitten im Waldviertel errichtet werden soll. Ihm sei nicht bekannt, dass es hier „eine so große Zahl von Buddhisten gibt.“

(APA)

 

 

 

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