Führender Buddhist ruft zu Gipfeltreffen gegen Atomwaffen
Daisaku Ikeda, Präsident der buddhistischen Organisation Soka Gakkai International (SGI), ruft zu einem Gipfeltreffen zur Abschaffung von Nuklearwaffen auf und fordert von Japan das Ende der Atomenergie.
Im Jahr 2015, wenn sich der Atombombenabwurf in Hiroshima und Nagasaki zum 70. Mal jährt, solle das Treffen an ebendiesen Orten stattfinden, schlägt der Japaner Ikeda vor. So würde führenden Politikern die schreckliche Zerstörungskraft der Atomwaffen vor Augen geführt. „Wir müssen die Überzeugung verteidigen, dass die Menschheit und nukleare Waffen nicht nebeneinander existieren können. Dieser Überzeugung müssen wir als rechtsverbindliches Abkommen eine Form geben."
Japan zu nachhaltiger Energiepolitik aufgefordert
Mit Blick auf die Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 fordert Ikeda Japan zu einer nachhaltigen Energiepolitik auf. Japan dürfe sich nicht von nuklearer Stromerzeugung abhängig machen und es solle sein Engagement für die Technologien erneuerbarer Energien intensivieren.
Weißgrab: „Nicht blauäugig sein“
Der Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgemeinschaft (ÖBR), Gerhard Weißgrab, unterstützt Ikedas Aussagen. „Ikeda spricht zwar nur für den Soka Gakkai-Orden, nicht für den gesamten Buddhismus, aber die vorgegebene Richtung ist natürlich richtig“, so Weißgrab im Gespräch mit religion.ORF.at. „Blauäugig darf man die Friedensbotschaft aber auch nicht sehen.“ Denn eine Realisierung sei sicherlich schwierig.
Auch in Österreich aktiv
Als „Richtlinie für Friedensaktivitäten des Soka Gakkai-Ordens“ bezeichnet Christian Pavlovsky, Vertreter von „Österreich Soka Gakkai International“ die Botschaft Ikedas. „Die Mitglieder des Ordens setzen sich im jeweiligen Land nach ihrer Kapazität für die Friedensbotschaft ein“, so Pavlovsky gegenüber religion.ORF.at. „Wir sind auch in Österreich aktiv.“ Im April werde man etwa an der Vorbereitungskonferenz des NPT-Gipfels der UNO in Wien teilnehmen, wo am Atomwaffensperrvertrag (NPT) gearbeitet wird.
Jährliche Friedensbotschaft
Ikeda gibt seit 1983 jährlich am 26. Januar, dem Jahrestag der Gründung der SGI, Vorschläge zu Schlüsselthemen der Menschheit heraud. Er ist Präsident der buddisthischen Organisation Soka Gakkai International, die weltweit über 12 Millionen Mitglieder verzeichnet. In Österreich steht die Organisation, laut ÖBR-Präsident Weißgrab, gleichwertig neben anderen buddhistischen Gruppierungen.
(religion.ORF.at, Eva Lugbauer)
Buddhismus in Österreich
Die Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft im Web.
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Soka Gakkai
Österreich Soka Gakkai International, ein Verein zur Förderung von Frieden, Kultur und Erziehung.
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