Sechs Jahre Haft für Pfarrer wegen Kindesmissbrauchs
Wegen hundertfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen ist ein Pfarrer aus dem deutschen Salzgitter zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
Das Landgericht im niedersächsischen Braunschweig befand den geständigen Geistlichen am Donnerstag für schuldig, sich über Jahre hinweg an drei Buben aus ihm bekannten Familien vergangen zu haben. "Die ihm zur Last gelegten Taten wurden für erwiesen erachtet und wegen der zahlreichen Fälle von sexuellem Missbrauch, darunter viele Fälle von schwerem Missbrauch, wurde eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren verhängt", so ein Gerichtssprecher.
280 Missbrauchsfälle
Die Staatsanwaltschaft hatte den 46-jährigen katholischen Pfarrer wegen 280 einzelnen Missbrauchsfällen angeklagt, diese ereigneten sich nach ihren Angaben zwischen 2004 und 2011. Die Opfer waren laut Staatsanwaltschaft bei den Taten zwischen neun und 15 Jahren alt. An den Buben verging sich der Pfarrer unter anderem, als sie bei ihm an Wochenenden übernachteten und mit ihm Kurzurlaube verbrachten.
Priester von Anfang an geständig
Der Mann war im Juli vergangenen Jahres festgenommen worden, nachdem eines seiner Opfer Anzeige erstattet hatte und damit umfangreiche Ermittlungen ins Rollen brachte. Die Polizei richtete damals eigens eine Sonderkommission namens "Peccantia" (lateinisch für Sünde) ein, um die Dimensionen des Falls zu klären. Der Priester, dem ein Gutachter schon vor dem Prozess eine krankhafte pädophile Sexualstörung attestierte, hatte seine Taten von Anfang an zugegeben. Im Prozess wiederholte er sein Geständnis.
Kirchenrechtliche Verfolgung
Das Bistum Hildesheim begrüßte das Urteil und kündigte an, den Verurteilten darüber hinaus kirchenrechtlich zu verfolgen. Der Fall werde nach dem Ende des Strafprozesses nun zur weiteren Beurteilung an die Glaubenskongregation des Vatikans abgegeben, teilte das Bistum mit. Voraussichtlich werde noch in diesem Jahr ein kirchenrechtliches Urteil ergehen. "Der Pfarrer muss damit rechnen, dass er unter Umständen aus dem Priesteramt entlassen wird", sagte ein Sprecher des Bistums. Die Kirche hatte ihn nach seiner Festnahme bereits beurlaubt.
(AFP
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