Boko Haram: UNO warnt vor Verbindungen zu Al-Kaida
Die Vereinten Nationen (UNO) haben in einem Bericht vor Verbindungen der radikalislamistischen Terrororganisation Boko Haram mit der Extremistengruppe „Al-Kaida im Islamischen Maghreb“ (AQMI) gewarnt.
Einige Mitglieder von Boko Haram aus Nigeria und Tschad seien im vergangenen Sommer zur Ausbildung in AQMI-Lagern in Mali gewesen, hieß es in dem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Bericht. Sieben Mitglieder der Organisation, die in den vergangenen Monaten in Nigeria zahlreiche blutige Anschläge verübte, seien auf dem Weg von Niger nach Mali mit Sprengstoff und Kontaktdaten zu AQMI-Mitgliedern gefasst worden.
Nachbarstaaten besorgt über Boko Haram
Die UNO hatte eine Mission unter der Leitung ihres Gesandten für Westafrika, Said Djinnit, in die Sahelzone geschickt, um sich über Gefahren für die regionale Stabilität und Sicherheit nach dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi zu informieren. Mehrere Staaten in der Region hätten sich besorgt über die wachsende Präsenz von Boko Haram geäußert, hieß es in dem Bericht der Mission. Insbesondere im Süden Nigers sei eine Radikalisierung der Jugend zu beobachten. Auch sei es der Sekte dort bereits gelungen, die Schließung mehrerer öffentlicher Schulen zu erreichen.
Waffen aus libyschen Militärbeständen
In dem Bericht warnten mehrere Regierungen davor, dass frühere Söldner Gaddafis nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatländer zur Verbreitung von Waffen und Munition beitragen könnten. Die Beschlagnahmung einer großen Lieferung mit Sprengstoff im Niger könnte demnach ein Anzeichen sein, dass Terrorgruppen wie AQMI oder Boko Haram Waffen, Munition und Sprengstoff aus libyschen Militärbeständen aufkauften, hieß es in dem UN-Bericht. Seit dem Sturz Gaddafis im Zuge einer von der NATO unterstützten Rebellion ist bereits wiederholt vor negativen Auswirkungen auf die regionale Sicherheit gewarnt worden.
(AFP)
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