Irlands Regierung erwägt Wiedereröffnung von Vatikan-Botschaft
Die im November geschlossene irische Botschaft beim Heiligen Stuhl wird womöglich bald wiedereröffnet. Nach anhaltender Kritik aus der eigenen Partei kündigte Premierminister Enda Kenny laut Kathpress am Mittwochabend eine Überprüfung der Entscheidung an.
Irische Medien wie die Tageszeitung "Irish Independent" werteten die Ankündigung, die Botschaft im Vatikan wieder zu eröffnen als einen ersten Schritt, die Schließung zu revidieren. Es wird angedacht die irische Botschaft in Rom mit der Botschaft im Vatikan zusammenzulegen. Bisher hatte sich der Vatikan jedoch geweigert einen Botschafter zu akkreditieren, der diese Funktion ebenfalls in Italien ausübt. Parteimitglieder Kennys rechneten auf diesem Weg mit einer Wiedereröffnung binnen 18 Monaten, heißt es weiter.
Schlechter Umgang mit Missbrauchsskandal
Die irische Regierung hatte die Botschaft offiziell aus finanziellen Gründen geschlossen und mit dem Sparkurs im Zuge der andauernden Wirtschaftskrise begründet. Allerdings wurde die Entscheidung in der Öffentlichkeit auch als eine Reaktion auf den Umgang des Vatikans mit den Missbrauchsskandalen durch katholische Priester in der irischen Kirche bewertet.
Überlegungen führen zu Spannungen in der Koalition
Die Ankündigung Kennys könnte Probleme in der Regierungskoalition verursachen, da Außenminister Eamon Gilmore von der mitregierenden Labour-Partei die Entscheidung zur Schließung der Botschaft noch vor kurzem bekräftigt hatte.
(APA, religion.ORF.at)
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