News 03. 02. 2012

Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Wien für „Krisenmanager“ Schönborn

„Die freiwillige Zusammenarbeit zwischen der Kirche und der Stadt funktioniert auf einem hohen Niveau“: Mit diesen Worten hat der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) Kardinal Christoph Schönborn gewürdigt. Der Wiener Erzbischof bekam am Freitag vom Stadtoberhaupt das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Wien mit dem Stern verliehen. „Ich fühle mich dieser Auszeichnung nicht unbedingt würdig, nehme sie aber im Namen meiner Mitarbeiter dankbar an“, sagte Schönborn.

Dominikaner, Dogmatiker, Kardinal und Krisenmanager: Es gebe viele Bezeichnungen für Schönborn, so der Bürgermeister, aber nur einen „Wahlspruch“, für den der Kardinal eintrete und an die Menschen herantrete: „Ich habe euch Freunde genannt.“ Der Kardinal sei ein Mensch, der sich vor allem durch seine Offenheit und Dialogbereitschaft auszeichne. Darüber hinaus engagiere er sich für soziale Gerechtigkeit und finde immer klare Worte gegen Ausgrenzung und Rassismus, so der Laudator.

Zeiten der „schrecklichen Kälte“

Danach hob Häupl die gute Zusammenarbeit zwischen der römisch-katholischen Kirche und der Stadt hervor. Gerade in Zeiten der „schrecklichen Kälte“, wo die Stadt verstärkt mit kirchennahen Hilfseinrichtungen zusammenarbeite, um Notschlafstellen für Obdachlose zu errichten, würden die Ausmaße deutlich sichtbar. Zudem engagiere sich die katholische Kirche vor allem im Bereich der Bildung und des Gesundheitswesens. So könnten etwa 19 Prozent aller Patienten in Wien durch die acht Wiener Ordensspitäler versorgt werden. Die katholischen Kindergärten würden zwölf Prozent aller in Wien verfügbaren Kinderbetreuungsplätze anbieten, so der Bürgermeister.

Gemeinwohl vor Einzelinteressen

In seiner Dankesrede hob Schönborn die hohe Bedeutung seines Vorgängers Kardinal Franz König hervor: „Er war entscheidend daran beteiligt, dass es überhaupt zu dieser Versöhnung zwischen Stadt und Kirche kam - im gegenseitigen Respekt und der Anerkennung der unterschiedlichen Aufgaben und Positionen.“ Zudem erinnerte der Kardinal, dass das Gemeinwohl immer vor den Einzelinteressen stehen müsse: „Es geht um alle Menschen und besonders um die Schwächsten in dieser Gesellschaft.“

Kirchengemeinschaft „bunter“

Auch gab Schönborn zu, dass sich zwar die Anzahl der Kirchenmitglieder verringert habe, allerdings die Kirchengemeinschaft bunter geworden sei. Mehr als ein Viertel aller Mitglieder habe bereits einen Migrationshintergrund. Daher appellierte der Kardinal: „Die Religion ist nicht als Konflikt-, sondern als Integrationspotenzial zu sehen.“

Zahlreiche Gäste

Zur Verleihung des höchsten Wiener Ehrenzeichens an Kardinal Schönborn waren neben seiner 91-jährigen Mutter Eleonore, seinem jüngsten Bruder Michael (der ab März in der ORF-Tanzshow „Dancing Stars“ mitwirken wird) auch zahlreiche Vertreter von Kirche und Stadt gekommen, darunter Generalvikar Nikolaus Krasa, Weihbischof Franz Scharl und der emeritierte Weihbischof Helmut Krätzl.

 

(APA)

 

 

 

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Lebenslauf Kardinal Schönborn

 

Christoph Kardinal Schönborn, geboren 1945, studierte Theologie und Philosophie.1970 wurde er in Wien durch den damaligen Erzbischof Franz Kardinal König zum Priester geweiht. 1991 ernannte ihn der damalige Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Sutrium und Weihbischof in der Erzdiözese Wien. 1995 wurde Schönborn zum Erzbischof von Wien ernannt. 1998 wurde er zum Vorsitzenden der österreichischen Bischofskonferenz gewählt, 2004 erfolgte seine Wiederwahl. Er war auch Teilnehmer am Konklave 2005, in dem Benedikt XVI. zum Oberhaupt der Katholischen Kirche gewählt wurde.

 

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Biografie Kardinal Christoph Schönborn