News 09. 02. 2012

Konferenz zu Missbrauch: Küng betont “Willen aus Fehlern zu lernen”

Zum Abschluss einer internationalen Konferenz über Maßnahmen zur Verhinderung sexuellen Missbrauchs betonte der St. Pöltner Bischof Klaus Küng die Bereitschaft der Kirche aus bisherigen Fehlern zu lernen, Küng nahm für die österreichische Bischfskonferenz an dem Treffen von über 200 Kirchenvertretern teil.

Die Konferenz habe gezeigt, dass sich die katholische Kirche dem "schrecklichen" Thema des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen "mit großer Ernsthaftigkeit" stelle, so Küng gegenüber Kathpress. "Man spürte den entschlossenen Willen, alle Mittel einzusetzen, um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und durch eine umfassende Prävention sowie durch rasche und entschiedene Reaktion auf Vorfälle eine echte Verbesserung zu erreichen“, sagte der Bischof. Ziel sei nun, dass die Kirche für den Schutz von Kindern und Jugendlichen weltweit beispielgebend werde und dafür geeignete Hilfestellungen und Einrichtungen entwickle. Die Tagung habe ihm selbst gezeigt, "dass die in Österreich ergriffenen Maßnahmen im Wesentlichen richtig liegen", so Küng.

Aufarbeitung systematischer angehen

Einen "Meilenstein im Engagement gegen sexuellen Missbrauch" sieht der Trierer Bischof Stephan Ackermann, der zuständige Beauftragte der deutschen Bischöfe, im gegenwärtigen Trefen. Es zeige, "wie wichtig der Kirche die Beschäftigung mit dem Thema ist", sagte Ackermann in einer Zwischenbilanz des mehrtägigen Kongresses "Auf dem Weg zu Heilung und Erneuerung". Papst Benedikt XVI. mache damit klar, dass die Kirche die Aufarbeitung noch systematischer angehen wolle.

Noch immer „Kultur des Schweigens“

Eine Verbesserung im Umgang mit Misbrauch hält auch der Vatikanbeauftragte für die Ahndung von Missbrauchsfällen, Charles Scicluna für dringend notwendig. Es gebe in der Kirche weiterhin eine «Kultur des Schweigens» bei Missbrauch. In einigen Ländern wie den USA habe eine kirchliche Politik gegen Missbrauch jedoch schon zu spürbar weniger neuen Fällen geführt, sagte Scicluna.

Sorge um Opfer Hauptanliegen

Der Papst hatte das Symposium, das hinter verschlossenen Türen in der Päpstlichen Universität Gregoriana stattfand, am Montag mit der Mahnung eröffnet, die Sorge um die Opfer von Missbrauch zu einem Hauptanliegen der Kirche zu machen. Zu Beginn der Konferenz sprach die 64-jährige Marie Collins, ein irisches Missbrauchsopfer, zu den Teilnehmern und forderte die Kirche auf, Verantwortung für die Skandale der vergangenen Jahre zu übernehmen und über eine Entschuldigung hinauszugehen.

Vorbeugung mit Hilfe von E-Learning

Bei der viertägigen Zusammenkunft von rund 200 katholischen Würdenträgern in der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom war es vornehmlich um die Frage gegangen, wie Missbrauchsfälle weiter aufgearbeitet und künftig verhindert werden können. Als eine Maßnahme hat die katholische Kirche am Donnerstag ein sogenanntes E-Learning-Center zu der Thematik ins Leben gerufen. Dieses soll Priestern und Kirchenmitarbeitern weltweit helfen, Übergriffe auf Minderjährige und andere Schutzbedürftige zu unterbinden.

 

(APA/KAP/dpa/sda/afp)

 

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