Stupa-Bau in Gföhl: Küng hätte Projekt "sicher nicht befürwortet"
Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng äußerte vor der Volksbefragung zum geplanten Bau einer buddhistischen Stupa in Gföhl (Bezirk Krems) gegenüber der St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" am Sonntag erneut Vorbehalte. Er sei zwar kein Buddhismus-Gegner und respektiere jeden Andersdenkenden, wäre er gefragt worden, hätte er den Bau eines Stupa aber "sicher nicht befürwortet".
Der Stupa scheine ihm "nicht gut begründet", so Küng in dem Interview, das Kathpress zitiert. Auch die "Tourismusbelebung" als eines der Hauptargumente kritisierte der Diözesanbischof als einen "sehr stark materiellen Schwerpunkt". Dass der größte Stupa Europas in einer "an Buddhisten nicht gerade reichen Gegend" gebaut werden solle, verwundere ihn wie auch andere Gegner des Baus. Schon in einem "Kurier"-Interview im Dezember hatte Küng "Kritik daran geübt, dass in der Öffentlichkeit von dem Stupa als einem Welt-Friedens-Denkmal geredet werde, während seinen Informationen zufolge aber ein religiöses Zentrum von koreanischen Mönchen entstehen solle. Mittlerweile "dürfte es allen Befürwortern wie Gegnern klar sein, dass es sich nicht um ein reines Friedensdenkmal, sondern um einen Tempel mit angebautem Kloster handelt", so Bischof Küng.
Gutes Miteinander pflegen
Sollten sich die Gföhler in der Befragung für die Grundstücksumwidmung aussprechen und der Stupa gebaut werden, würden "wir Christen uns bemühen, unseren christlichen Glauben entsprechend zu leben und gerade deshalb ein gutes Miteinander zu pflegen", betonte der Bischof. Man dürfe aber nicht außer Acht lassen, dass "jede unserer Kirchen ein Friedensdenkmal" sei, warnte er. Zudem finde er es traurig, dass der Buddhismus für seine Meditationsformen geschätzt werde, während viele Christen die "Meditationsschätze unseres eigenen Glaubens nicht kennen und nützen".
(APA/KAP)
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