Diakonie, Caritas und Katholische Aktion: Reiche sollten mehr beitragen
Die kirchlichen Organisationen scheinen sich darüber einig zu sein, dass das am Freitag von der Regierung präsentierte Sparpaket Vermögende mehr in die Pflicht nehmen sollte. Caritas-Präsident Küberl fehlt eine Erbschaftssteuer, Michael Chalupka von der Diakonie fürchtet um die „soziale Symmetrie“ und die Katholische Aktion fordert verstärkt die Besteuerung von Vermögen.
Zum großen Thema dieses Wochenendes, dem Sparpaket meldeten sich Vertreter verschiedener christlicher Organisationen zu Wort. Die Katholische Aktion Österreich vermisst beim neuen Sparpaket der Regierung Maßnahmen für nachhaltige Strukturreformen. Das Paket sei zwar ein "erster Schritt in die richtige Richtung", allerdings bleibe der "Faktor Arbeit" weiterhin hoch besteuert, während der "Faktor Vermögen wieder nicht angegangen worden" sei, sagte KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt gegenüber Kathpress.
Zukunftsfragen nicht angegangen
Caritas-Präsident Franz Küberl nimmt die Maßnahmen zur Kenntnis, kritisiert aber, dass die „Verbesserung der gesellschaftlichen Zukunftsfähigkeit“ dabei „praktisch keine Rolle" spielen würde. Gemeint sei damit der Blick auf Bereiche wie Pflege, Bildung oder auch der Arbeitsmarkt für ältere Menschen. "Bloßes Sparen führt dazu, dass einem einmal die Luft wegbleibt. Ich appelliere für ein neues Politikverständnis, damit die großen Zukunftsfragen innovativ in Angriff genommen werden." Die Caritas hätte sich "mehr Mut gewünscht, auch sehr hohe Erbschaftsvermögen zweckgebunden für die Pflege von Menschen zu besteuern".
Diakonie-Präsident appelliert an Reiche, freiwillig zu geben
„Aus der Sicht des Bürgers ist das Paket einnahmenlastig, denn viele werden weniger einnehmen und im Portemonnaie haben“ kommentiert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, das Sparpaket. Es bestehe zwar zu 70 Prozent aus Einsparungen, betrachte man das Paket aus der Sicht der Steuerzahler, so würden sich die Relationen verschieben: Sehr gute Verdiener würden zwar weniger einnehmen, genauso aber auch Pensionisten. Die großen Subventionsnehmer müssten mit weniger Einnahmen rechnen, aber eben auch die kleinen Sozialvereine. Chalupka bezweifelt, das diese Maßnahmen zur „sozialen Symmetrie“ beitragen können. Gleichzeitig richtet sich der Diakonie-Präsident an Vermögende: Sie hätten „jeden Tag die Chance, freiwillig zu geben“.
(KAP/APA/religion.ORF.at)
24. 12. 2011
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