Tipp: 21.05.-22.09.2008 / Wien |
Ausstellung: "Helden – Heilige – Himmelsstürmer. Fußball und Religion""Dein ist der Sieg und die Macht und die Meisterschaft in Ewigkeit. Attacke!" - Was Fans des deutschen FC Schalke 04 als "Schalke Unser" gen Himmel schicken, ist nur ein Beweis dafür, dass Fußball längst (auch) eine Glaubensfrage ist: Das Wiener Dommuseum dokumentiert in der Ausstellung "Helden, Heilige, Himmelsstürmer" anhand von über 140 Exponaten teils blasphemisch anmutende Parallelen zwischen Fußball und Religion.Fußballstars würden von ihren Verehrern oft zu Heiligen oder Märtyrern stilisiert, so die Kuratorin Snejanka Bauer anlässlich einer Presseführung durch die Ausstellung. Auch im Sammeln von Reliquien respektive Trikots oder im Pilgern ins Heilige Land beziehungsweise ins Stadion ließen sich zahlreiche Ähnlichkeiten von Ritualen und Gesten, von Ikonographie und Inszenierung ablesen, hieß es. Dass Glaube, Liebe, Hoffnung in beiden Bereichen keine unerheblichen Komponenten sind, wird auf rund 200 Laufmetern Museumsfläche eindrücklich und oftmals äußerst humorig veranschaulicht. So wurde David Beckham als goldene Statue zu Füßen einer Buddha-Figur in einem Tempel in Bangkok verewigt. Fans von Hannover 96 schwenkten bei einem Spiel gegen Bayer Leverkusen eine Fahne, auf der Jesus Christus abgebildet ist, wobei dieser anstatt des Evangeliums eine "96er Bibel" in Händen hält. Der SC Austria Lustenau verfügt sogar über eine eigene fahrbare Kapelle, wodurch das Stadion laut Vereins-Homepage zu einer "Fußballkathedrale" wird. Pokal und Kelch"Viele Fußballer zeigen ihren christlichen Glauben offensiv", ergänzte Museumsleiter Bernhard Böhler. In der Schau zu sehen sind demnach nicht nur Fotografien von Spielern, die nach erfolgreicher Arbeit den Rasen küssen oder aus dem Siegerpokal (vergleichbar mit dem Abendmahlskelch) trinken, sondern auch sakral aufgeladene Kleidungsstücke wie etwa das "I belong to Jesus"-Unterleiberl des brasilianischen Starkickers Kaka. "Rapid ist meine Religion"Spezielle Aufmerksamkeit wurde dem heimischen Meister SK Rapid eingeräumt: Nicht nur, dass dessen Anhänger sich des Wahlspruchs "Rapid ist meine Religion" bedienten und das Vereinsstadion in "St. Hanappi" umgetauft hätten, hatte sich der Fußballklub vor einigen Jahren mittels einer Imagekampagne quasi selbst heiliggesprochen. Auf den in Sepia gehaltenen Bildern sind etwa drei Holzkreuze zu sehen, wobei auf einem ein Rapid-Trikot genagelt ist. Motto: "Werde unsterblich". Info:-
"Helden – Heilige – Himmelsstürmer.
Fußball und Religion" Dommuseum Wien
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