kreuz und quer

Dienstag, 10. 03. 2009, 22.30 Uhr in ORF 2

 

"Die verlorene Welt Tibets" / "Buddhas Kinder"

Aus Anlass des 50. Jahrestages des Volksaufstandes der Tibeter gegen die chinesische Besatzungsmacht am 10. März 1959 präsentiert Doris Appel am Dienstag, dem 10. März, um 22.30 Uhr in ORF 2 einen "kreuz und quer"-Themenabend über Tibet und den Buddhismus. Eröffnet wird der Themenabend mit dem Film "Die verlorene Welt Tibets" von Dan Cruickshank und Emma Hindley. Diese Dokumentation bietet Originalaufnahmen aus dem Tibet der 1940er und 1950er Jahre und lässt den Dalai-Lama mit sehr persönlichen Erinnerungen zu Wort kommen. Im Anschluss daran, um 23.15 Uhr, gibt Regisseur Mark Verkerk im Film "Buddhas Kinder" Einblicke in die Welt des buddhistischen Mönchtums in Thailand.

 

 

"Die verlorene Welt Tibets" – Ein Film von Dan Cruickshank und Emma Hindley

"Der „kreuz und quer“-Film „Die verlorene Welt Tibets“ zeigt beeindruckende Originalaufnahmen aus den 1940er und 1950er Jahren, die das freie Tibet wieder zum Leben erwachen lassen. Es sind dies seltene Einblicke in eine jahrhundertelang unveränderte Gesellschaft aus Aristokratie und Mönchtum, geprägt von bunten Festen, spirituellen Ritualen und einer strikten Staatshierarchie. 

Dazu erzählt der Dalai-Lama selbst sehr persönlich aus seinem Leben, zu sehen sind frühe Filmaufnahmen des buddhistischen Oberhauptes. Dokumentiert werden zudem die 18 Studienjahre, die er absolvieren musste, bis er sich für sein Doktorat in buddhistischer Philosophie vor Tausenden Zuhörern in der Geschicklichkeit der mönchischen Debatte zu messen hatte.

Darüber hinaus schildert der Film die Entwicklung der politischen Spannungen zwischen Tibet und China, die übereilte Amtsübergabe an den erst 15-jährigen Dalai-Lama, seinen vergeblichen Appell an die Vereinten Nationen und die Flucht nach der Okkupation.

Atemberaubende Amateuraufnahmen aus vier Filmsammlungen wurden für diese Dokumentation vom British Film Institute exklusiv zur Verfügung gestellt. Sie stammen vom britischen Geheimdienst, einem chinesischen Beamten sowie einem kommunistischen Kameramann.

 

 

 

"Buddhas Kinder" – Eine Dokumentation von Mark Verkerk

„Leben ist eine Kunst, die gelernt sein will“: Das ist das Motto des Wandermönchs Phra Khru Bah, nach welchem er junge Männer im Tempel des Goldenen Pferdes in Thailand auf das Leben vorbereiten will.

Phra Khru Bah ist ein Mann, den sich Hollywood oder Bollywood nicht besser hätte ausdenken können: ein stark tätowierter Kämpfer, mehrfacher Thai-Box-Meister, der sich nach dem tragischen Verlust eines Freundes dem Buddhismus zuwandte. Jahr für Jahr reitet er durch das Grenzgebiet Thailands, um Kinder für seinen Tempel auszusuchen. Viele von ihnen haben keine Eltern mehr, andere können von ihren Familien nicht ernährt werden. Die Kinder im Tempel des Goldenen Pferdes sind oft auch schuldlose Opfer des Drogenhandels im Goldenen Dreieck, im Grenzgebiet zwischen Thailand, Laos und Myanmar. Sie wurden von skrupellosen Rauschgifthändlern zum Drogenschmuggel missbraucht, viele waren selbst drogensüchtig oder stammen aus Familien, die Plünderungen marodierender Banden ausgesetzt waren. Die traumatisierten Kinder finden neuen Halt und werden durch die Schulung, die sie hier erfahren, zu selbstsicheren und tatkräftigen Menschen.

Die jungen Mönche im Alter zwischen sieben und 16 Jahren stehen schon um zwei Uhr morgens auf, um dem Ruf zum Gebet zu folgen. Ihr streng geregelter Tagesablauf umfasst Meditation, Studien, intensives körperliches Training und Almosensammeln in den umliegenden Dörfern. Der Abt bringt ihnen die Grundzüge der Buddhalehre bei, er lehrt sie, wie man in der Natur überlebt. Die Kinder und Jugendlichen lernen zu kochen, sich sauber zu halten, Tiere zu versorgen, lesen, schreiben und das Thai-Boxen. In Letzterem sieht Khru Bah körperliches sowie geistiges Training. Im Goldenen Dreieck muss ein Mensch einen gesunden und starken Körper haben – ohne einen starken Geist kommt man schnell in kriminelle Gefilde.

Der Abt und eine Nonne kümmern sich in einem Balanceakt zwischen Milde und Strenge um die kleinen Novizen, die oft nicht wissen, was richtig und falsch ist. Doch am Ende erreichen die jungen Menschen Selbstvertrauen und jede Menge Lebenserfahrung.

Der Film ist eine einzigartige Dokumentation der Reise Khru Bahs und seiner Schützlinge, die mehrere Monate durch Thailands Berge und Wälder zogen, um Dörfer zu unterstützen, Tempel wieder aufzubauen und Erfahrungen zu sammeln. Khru Bah weiß, dass es Zeit braucht, um aus verstörten und verschlossenen Kindern offene und selbstbewusste Mönche zu machen. Regisseur Mark Verkerk bietet in seiner Dokumentation „Buddhas verlorene Kinder“ einen sehr intimen Einblick in diesen völlig andersartigen Mönchsalltag mit all seinen Schwierigkeiten, Problemen, Momenten der Trauer, aber auch der Freude und des reinen Glücks.  

 
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