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OrientierungSonntag 04. 03. 2007, 12.30 Uhr, ORF2
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Zurück in die Zukunft? – Diskussion um Messe mit dem Rücken zum VolkDie katholische Pfarre St. Rochus in Wien hat den Hochaltar wieder entdeckt: Vier von fünf Heiligen Messen am Wochenende werden von Pfarrer Georg Herberstein und seinem Kaplan mit dem Rücken zum Kirchenvolk – wie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil – zelebriert. Nur bei der sonntäglichen Pfarrmesse um 9.30 Uhr wird ein kleiner Volksaltar aus Holz von der Seite in die Mitte gerückt. Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, zeigt Verständnis für die liturgische Praxis der Pfarre. „Nicht glücklich“ darüber ist der Bischofsvikar für Wien-Stadt, Karl Rühringer. Seiner Ansicht nach besteht die Gefahr einer Spaltung der Pfarrgemeinde. Auch deshalb hofft er, dass das Beispiel St. Rochus „ein Einzelfall“ bleiben möge. Noch ein Stück besorgter zeigt man sich bei der Plattform „Wir sind Kirche“: Dort deutet man die Messe mit dem Rücken zum Volk als „Signal des Rückschritts“ – möglicherweise in vorkonziliare Zeiten. Allerdings: Das Zweite Vatikanische Konzil hat zwar Empfehlendes, nicht aber Verbindliches zum Thema „Volksaltar“ gesagt – und so bleibt breiter Raum für unterschiedliche Interpretationen. Bericht: Werner Ertel, Länge: 7 Minuten Tipp:- 15.03.2007: Theologisches Streitgespräch: Hochaltar oder Volksaltar
Dem Vergessen entrissen: Kinder von Zwangsarbeiterinnen in NS-HeimenEs ist ein weiteres dunkles Kapitel der NS-Geschichte: das Schicksal von Kindern, die ihren Müttern – osteuropäischen Zwangsarbeiterinnen – einfach weggenommen und in so genannte „fremdvölkische Kinderheime“ verfrachtet wurden. Eine Einrichtung dieser Art gab es auch in der oberösterreichischen Gemeinde Pichl bei Wels: das Kinderheim Schloss Etzelsdorf. Allein in diesem Heim starben 1944 innerhalb weniger Monate mehr als 30 Prozent der Kinder. Mit der Geschichte der Toten und der Überlebenden hat sich der oberösterreichische Theologe Markus Kranzl-Greinecker beschäftigt – und ist dabei auch auf Katharina Brandstetter gestoßen. Sie hat die grausame Zeit in NS-Kinderheimen überlebt. Doch die Suche nach ihren leiblichen Eltern ist bis heute vergeblich gewesen. Bericht: Carola Mair, Länge: 8 Minuten
Radikale Missionare? - Die „Organische Christus-Generation“ in der Schweiz„Helden sterben anders“ – ein ungewöhnlicher Monumentalfilm aus der Schweiz, mit bemerkenswert wenig Geld, in relativ kurzer Zeit und unter Mitwirkung von rund 1500 freiwilligen Statisten gedreht, hat auch das Interesse an „dem Mann im Hintergrund“ geweckt: Ivo Sasek heißt er. Und er ist nicht nur Regisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent, sondern auch Gründer und Leitfigur einer nicht unumstrittenen religiösen Bewegung, die sich den Namen „Organische Christus-Generation“ gegeben hat. Ein ORIENTIERUNG-Team hat Ivo Sasek, der mit seiner Frau und seinen elf Kindern in Walzenhausen – im Appenzell – zu Hause ist, zum Interview getroffen und mit Kritikern der „Organischen Christus-Generation“ – einem Sektenexperten und einem Religionswissenschafter – gesprochen. Bericht: Stefan Krobath, Länge: 8 Minuten
„Second Life“: Ein Computerspiel als digitales Paradies?Statt der Zehn Gebote gibt es nur sechs Regeln. Die „Eintrittskarte“ ist ein kräftiger Computer samt schneller Internetverbindung. Und schon kann man sich eine digitale Maske – einen so genannten Avatar – überziehen und als „gepixelte“ und „gestylte“ Identität durch eine nahezu unüberschaubare virtuelle Welt namens „Second Life“ ziehen. Bemerkenswert daran: Für viele „Second-Life“-Bewohner ist das „zweite Leben“ längst mehr als ein Computerspiel. Von einem parallel zur realen Welt existierenden digitalen Universum, in dem Menschen hinter Masken Schöpfer spielen dürfen, sprechen Experten heute. Was es mit diesem „digitalen Paradies“ auf sich hat, welche Rolle Religion dort spielt und wie dieses Spiel – zur Ersatzwelt geworden – Auswirkungen auf die Wahrnehmung des ganz realen Lebens haben könnte, diesen Fragen ist ein ORIENTIERUNG-Team nachgegangen. Bericht: Marcus Marschalek, Länge: 5 Minuten
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