Orientierung

Sonntag 14.12.2008, 12.30 Uhr, ORF 2 Dienstag 16.12.2008, 12.25 Uhr, ORF 2
 

 

 

Islamischer Religionsunterricht – Integration oder Parallelgesellschaft?

Österreich ist das erste europäische Land, das den islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen eingeführt hat. Seit dem Schuljahr 1982/83 wird hier für muslimische Schülerinnen und Schüler Religionsunterricht angeboten. Nach Angaben der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich nehmen rund 47.000 Burschen und Mädchen am Unterricht teil. Unterrichtet werden sie von 350 Lehrerinnen und Lehrern. In einer umfangreichen Studie des Islamwissenschafters und Soziologen Mouhanad Khorchide wurden nun u.a. auch innere Grundhaltungen von islamischen Religionslehrerinnen und –lehrern erhoben. Überraschende und teilweise brisante Ergebnisse über die Einstellung zu demokratischen Grundwerten, Geschlechterrollen sowie Prioritäten im Unterricht hat die Untersuchung gebracht. Ihre Ergebnisse werden  – in Ausschnitten -  nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. 

Bericht: Imogena Doderer; Länge: 7 Minuten

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Mutige Trauung: Konfessionsverbindende Paare als „Ökumene-Vorreiter“

„Revolution von Berndorf“, so übertitelte der „Abend-Express“ einen Bericht über die erste „ökumenische Trauung“ in Österreich im Jahr 1965. In den 1960er-Jahren mussten sich gemischtkonfessionelle Paare entscheiden: katholisch oder evangelisch heiraten. Und Katholiken mussten versprechen, ihre Kinder katholisch zu erziehen, wenn sie mit dem Segen ihrer Kirche ein Mitglied einer anderen Kirche heiraten wollten. Dem damaligen evangelischen Pfarrer von Berndorf, Robert Kauer, war das ein Dorn im „ökumenischen Auge“. Er schlug dem evangelisch-katholischen Brautpaar Irmtraut Mittermüller und Hans Redl ein Experiment der Gemeinsamkeit vor und nahm die Trauung – gegen den Willen seines Superintendenten - zusammen mit dem katholischen Pfarrer Peter Lorenz vor.

Bericht: Maria Katharina Moser; Länge: 8 Minuten

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Bilanz und Ausblick: 50 Jahre Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich

Es ist ein halbes Jahrhundert her: 1958 gründeten die altkatholische Kirche, die evangelische Kirche A.B., die evangelische Kirche H.B. und die Methodistenkirche den Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich. Die römisch-katholische Kirche arbeitete ab 1970 als Beobachterin im ÖRKÖ mit und ist seit dem 1. Dezember 1994 Vollmitglied des Ökumenischen Rates. Heute hat der ÖRKÖ 14 Mitglieder – darunter auch zahlreiche orthodoxe Kirchen. Seine Aufgabe: die Verwirklichung des ökumenischen Gedankens in Österreich. Was da gelungen ist und was noch aussteht – dazu sind im ORIENTIERUNG-Beitrag Stimmen zu hören, die vor wenigen Wochen am Rande einer großen 50-Jahre-Jubiläum-Feier im Kardinal-König-Haus „eingefangen“ worden sind.

Bericht: Thomas Bogensberger, Maria Katharina Moser; Länge: 3 Minuten

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Verlorene Nachbarschaft:  Begegnungen mit Wiener Juden in Buenos Aires

"Warum hat Österreich 70 Jahre gebraucht, um sich an uns zu erinnern?“ Diese Frage stellte ein Mann – Jude und gebürtiger Wiener -  bei einer Gedenkveranstaltung in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires vor wenigen Wochen. So wie er sind viele Jüdinnen und Juden nach dem „Anschluss“ Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 nach Südamerika geflüchtet. Und ähnlich wie ihm ist auch vielen anderen bis heute unbegreiflich, warum der Staat Österreich nach 1945 – nach dem Ende der Hitler-Diktatur – keinerlei Anstalten machte, sie in die alte Heimat zurückzuholen.  So wurde die Vermutung genährt, Österreich sei nach wie vor – zumindest tendenziell – ein antisemitisches Land, das seine NS-Vergangenheit verdrängen würde. Dass es sehr wohl ein anderes Österreich gibt, das will eine Bürgerinitiative zeigen, die vor zehn Jahren in Wien gegründet worden ist. Ihr Name: „Verlorene Nachbarschaft“. Unterstützer dieser Initiative – darunter der Politologe Anton Pelinka, die Schauspielerin Maria Bill und der Schriftsteller Robert Schindel – waren nun vor wenigen Wochen in Buenos Aires und haben dort, im Rahmen einer viel beachteten Gedenkveranstaltung,  Jüdinnen und Juden aus Wien getroffen.

Bericht: Julieta Rudich, Länge: 8 Minuten

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Moderation: Doris Appel,
Redaktion: Norbert Steidl