"... und ihr habt mich aufgenommen"

Beim „Weltgebetstag der Frauen“, der am ersten Freitag im März gefeiert wird, steht jedes Jahr ein anderes Land im Mittelpunkt: Heuer waren es die Philippinen, nächstes Jahr ist es Surinam, ein bei uns wenig bekanntes kleines Land in Südamerika. Vor einigen Jahren war Frankreich an der Reihe.

Morgengedanken 4.3.2017 zum Nachhören:

Das Thema des Weltgebetstages der Frauen aus Frankreich hat mich besonders berührt. Vielleicht, weil ich nicht nur im Ausland, sondern auch im Inland neben freudvollen auch schmerzvolle Fremdheitserfahrungen machte. Bei einem Freiwilligeneinsatz vor drei Jahren in Ecuador erlebte ich hautnah, wie anders dort unsere Werte und Gewohnheiten verstanden und gelebt werden.

Regina Maria Pendl
ist römisch-katholische Christin und Vorstandsmitglied des Weltgebetstages der Frauen

Geist der Nächstenliebe

Die französischen Frauen wählten die Bibelstelle „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ bereits vor der aktuellen Flüchtlingssituation. Geld zu spenden ist leichter, jedoch mit Haut und Haaren zu teilen fordert unsere Nächstenliebe aufs Äußerste. Als ich gefragt wurde, ob ich einem mir unbekannten deutschen Studenten das Gästezimmer für längere Zeit überlassen könnte, zögerte ich, bevor ich zusagte. Die Welt ist ein Dorf geworden und fast in jedem Dorf zeigt sich die Vielfalt der Welt. Machen wir uns bewusst, dass wir alle nur Gast auf dieser einen Erde sind. Die Freundlichkeit des Gegenübers ist besonders wohltuend, wenn wir aus dem Vertrauten heraustreten.

Wir Weltgebetstags-Frauen engagieren uns aus dem Geist der Nächstenliebe, doch es geht wohl um viel mehr, um das Überleben der ganzen Menschheit. Martin Luther sagt: „Wir müssen lernen, entweder als Brüder und Schwestern miteinander zu leben oder als Narren unterzugehen.“

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Weltgebetstag der Frauen