Versuchung und Verzicht

Wer fastet, der verzichtet auf etwas Angenehmes, Genussbringendes – doch warum? Das ist die Frage, die sich heute Michael Max stellt. Sind es wirklich nur die verlorenen Kilos durch weniger Essen? Oder ist es vielleicht doch mehr?

Morgengedanken 5.3.2017 zum Nachhören:

Vielleicht haben sie sich für die Fastenzeit wieder vorgenommen einige Kilo abzunehmen, oder 40 Tage lang auf etwas Ungesundes zu verzichten: Alkohol zu trinken, oder zu rauchen. Das kann für sie schon mit Anstrengungen verbunden sein, die gar nicht so klein sind.

Michael Max
ist Rektor des Bildungshauses St. Virgil in Salzburg

Fastenprogramm

Versuchungen will standgehalten werden. Wenn sie es schaffen, dann wird das Ergebnis aber dennoch vor allem sie selbst betreffen. Unvergleichlich größer sind die Folgen, die wir jedes Jahr im Evangelium des ersten Fastensonntages zu hören bekommen: Da wird uns ein Fastenprogramm präsentiert, an dessen Ende es keinen Hunger mehr gibt auf der Welt, eine Macht, die den Kriegen ein Ende setzen könnte, und ein Leben, das allen Gefährdungen standhält.

Der Verzicht, der all das möglich macht? Ganz einfach: Wir verzichten auf Gott! Wenn es einen Gott gibt, der all die Ungerechtigkeit zulässt auf der Welt, dann können wir auch auf ihn verzichten. Das bekommen wir auch selber hin. Wirklich? Genau darin liegt doch die größte Versuchung! Fasten will uns nicht zu Göttern machen, sondern zu Menschen.