Von der Reformation zur Ökumene

Themen: Auswirkungen der Reformation; Ökumenisches „Christusfest“ in Deutschland

Wirkungen und Nebenwirkungen der Reformation

Wenn der Hang einmal zu rutschen beginnt - dann ist nicht mehr absehbar, was die Lawine mit in die Tiefe reißen wird - oder auch nicht...

Vielleicht ein etwas drastischer Vergleich - aber Michail Gorbatschow könnte sich so gefühlt haben, als er 1989 und 1991 feststellen musste, welche Transformationsprozesse er mit seiner Perestroika ausgelöst hatte. Knapp 500 Jahre vor ihm, im Jahr 1517, wollte der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther mit seinen 95 Thesen vorerst auch nur eine akademische Diskussion über die Vergebung der Sünden im Allgemeinen und den Ablasshandel im Besonderen anregen. In der Folge entwickelte er ein umfassendes Programm, mit dem er den idealen Urzustand seiner – katholischen - Kirche wieder herstellen wollte - eine echte Re-Formation also.

An eine Spaltung der Kirche, wie sie auch heute noch vorzufinden ist, hatte er sicher nicht gedacht. Doch er hat damit den Hang ins Rutschen gebracht und viele Prozesse und Veränderungen in Gang gesetzt - in religiöser Hinsicht, aber auch in anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens: von der Sprache über das Eheverständnis bis hin zum Bildungswesen. Martin Luther hat auch jenseits des kirchlichen und theologischen Bereichs bewusst oder unbewusst Entwicklungen in Gang gesetzt, die das Leben in Europa bis heute prägen. – Gestaltung: Markus Veinfurter

Plädoyer für ökumenische Nüchternheit

Am 11. März hat man das an Höhepunkten nicht eben arme Reformationsjubiläumsjahr 2017 um einen weiteren bereichert: ein ökumenischer Gottesdienst, den die EKD, die Evangelische Kirche in Deutschland und die katholische deutsche Bischofskonferenz in Hildesheim als „Christusfest“ gefeiert haben. Ulrich Körtner, Professor für systematische Theologie an der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Wien, hat das zum Anlass genommen, die ökumenischen, also „zwischenkirchlichen“ Beziehungen zwischen der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche einer kritischen Analyse zu unterziehen.

Moderation: Martin Gross

Motive 2.4.2017 zum Nachhören:

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