Zwischenmenschliche Begegnungen

Wer – gehalten von einem Stützkorsett – im Rollstuhl sitzt, ist gelegentlich auf fremde Hilfe angewiesen. Beim Einsteigen in einen Bus, zum Beispiel.

Morgengedanken 4.4.2017 zum Nachhören:

Bei meiner Arbeit als Pastoralassistentin habe ich häufig Abendtermine und ich fahre dann spät abends mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause. Oft fragen mich die Leute, ob ich denn keine Angst hätte, so alleine im Dunkeln an der Bushaltestelle zu warten und nach Hause zu fahren. Ich sage dann immer: „Ach weißt du, es sind so viele Menschen unterwegs, die passen alle auf mich auf.“

Elfriede Demml
ist römisch-katholische Pastoralassistentin im Pfarrverband Christkönig/Heiliger Schutzengel in Graz

Extra für dich bestellt

Und es ist wirklich so: Sehr oft bleiben Leute extra stehen und fragen mich, ob ich Hilfe brauche. Oft sind es sogar die Art von Menschen, denen man leicht den Stempel „gefährlich“ aufdrücken würde. In mir weckt das Freude, wenn Menschen so aufmerksam sind. Gegenseitige Aufmerksamkeit ist für mich die Voraussetzung für menschliche Begegnungen.

Ich lade dich heute wieder zu einem Experiment ein: Geh heute davon aus, dass alle Menschen, die dir heute begegnen, extra für dich herbestellt worden sind.

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Blog von Elfriede Demml