Versöhnung wird möglich

Mit dem Gründonnerstag beginnen heute die eigentlichen Kartage: Heute wird in den Kirchen an das Letzte Abendmahl erinnert. Dabei wird deutlich: Versöhnung ist ein wichtiges Ziel im Wirken von Jesus.

Morgengedanken 13.4.2017 zum Nachhören:

Heute ist Gründonnerstag. Woher der Name kommt, ist nicht ganz klar. Kommt er von „greinen“, einem alten Wort für Weinen, was an den betenden Jesus im Garten Gethsemane vor seiner Verhaftung erinnert? Kommt der Name davon, dass es ein alter Brauch ist, am Tag vor Karfreitag Grünes zu essen, zum Leidwesen vieler Kinder, denen heute Spinat vorgesetzt wird?

Olivier Dantine
ist Superintendent der evangelisch-lutherischen Diözese Salzburg-Tirol

Gemeinschaft im Abendmahl

Vielleicht hat der Name auch einen anderen Hintergrund. Wie auch immer, für die christlichen Kirchen ist der heutige Gründonnerstag jedenfalls ein besonderer Tag. Er erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Zum jüdischen Pessachfest waren sie noch einmal um einen Tisch versammelt. Auch Judas Iskariot, von dem Jesus schon wusste, dass er ihn verraten und ausliefern würde. Das fasziniert mich an diesem letzten Abendmahl besonders: Jesus hält hier Gemeinschaft auch mit dem Menschen, der zu seinem Feind wird.

Zur Erinnerung an dieses letzte Abendmahl feiern Christen die Eucharistie oder wie es in den evangelischen Kirchen üblicherweise heißt, das Heilige Abendmahl. Jesus stiftet diese Gemeinschaft und überwindet so auch die Feindschaft zwischen Menschen. Daraus, dass Jesus uns das Feiern des Abendmahls geschenkt hat, erwächst eine starke Hoffnung: Selbst mit den Menschen, mit denen ich selbst es nicht schaffe, mich zu versöhnen, schafft Christus im Abendmahl Gemeinschaft. So wird Versöhnung möglich.