„Salzachschiffer und Himmelbrot“

Oder: Stille Nacht – nicht nur zu Weihnachten: Ertrunkene Schiffer, gekenterte Boote. Katastrophen auf der Salzach füllen seit Jahrhunderten die Chroniken vieler Orte, die an der Salzach gelegen sind. Votivtafeln für eine glückliche Rettung hängen in Kirchen und Kapellen.

Die Salzach, heute zwischen Salzburg und Passau der Grenzfluss zwischen Österreich und Bayern, ist seit Jahrhunderten ein ganz wichtiger Transportweg. Vor allem Salz aus Hallein wurde auf dem Fluss nach Norden zur Donau transportiert. Unter schwierigsten Bedingungen waren die Salzschiffer mehrere Tage unterwegs. Seit dem Mittelalter ist der Salztransport am Wasser belegt. In Oberndorf bzw. Laufen auf der anderen Flussseite gab es Plätze, wo das Salz von kleineren Schiffen auf größere umgeladen werden musste. Durch die Konkurrenz der Eisenbahn kam im späten 19. Jahrhundert Salzschifffahrt jedoch zum Erliegen.

Memo
Donnerstag, 15.6.2017, 19.05 Uhr, Ö1

Uraufführung von „Stille Nacht“

Oberndorf, wenige Kilometer nördlich der Stadt Salzburg gelegen, ist seit Jahrhunderten auf das Engste mit der Salzschifffahrt verbunden. Die alljährliche Fronleichnamsprozession findet zum Teil am Wasser statt und ist eine Erinnerung an die gefährliche Salzschifffahrt. Die Kirche St. Nikola war dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Schiffer, geweiht. Sie war ein beliebter Andachtsort für jene Männer, die unter Todesgefahr die Salzladungen transportierten. Nachdem die Kirche öfters durch Hochwässer verwüstet worden war, wurde die Kirche schließlich um 1900 abgerissen.

Nicht ganz 100 Jahre vorher jedoch fand in der St. Nikolauskirche etwas statt, was sie, obwohl sie nicht mehr steht, bis heute weltberühmt macht. Hier wurde im Jahr 1818 zum ersten Mal das Lied „Stille Nacht“ aufgeführt. An der Stelle der früheren Nikolauskirche wurde 1936 die Stille-Nacht-Kapelle eingeweiht, bis heute ein Pilgerort für Zehntausende Menschen. Ein Streifzug entlang der Salzach, auf den Spuren der Salzschiffer, aber auch zu Stille-Nacht-Gedenkstätten in Oberndorf, wo nicht nur zu Weihnachten nicht gerade Stille herrscht.

Gestaltung: Wolfgang Slapansky

Memo 15.6.2017 zum Nachhören: