Vom Lausbub zum Bischof - Florian Kuntner

Themen: Ausstellung über Protestantismus im Burgenland; Buch über Florian Kuntner; Buddhistische Mönche zu Gast in Schloss Thalheim; Bibelessay von Marco Uschmann

„Ein Christenherz auf Rosen geht…“ – Ausstellung über den Protestantismus im Burgenland

Im heurigen Jubiläumsjahr - 500 Jahre Reformation durch Martin Luther - wird vielerorts auch in die österreichische Kirchengeschichte zurückgeblickt. Vom Geheimprotestantismus ist da etwa die Rede: von Bücherschmugglerinnen, die aus Deutschland verbotene und als ketzerisch diffamierte Schriften nach Österreich gebracht haben. Oder von Laienpredigern und geheimen, nächtlichen Zusammenkünften - mitunter sogar im Freien - mit Bibelauslegungen und dem gemeinsamen Singen von Chorälen.

Erfüllte Zeit
Sonntag, 2.7.2017, 7.05 Uhr, Ö1

Ganz anders ist es im Burgenland - dem damaligen Westungarn - vor sich gegangen. Hier ist Martin Luthers Gedankengut weniger intensiv bekämpft worden. Das zeigt auch eine aktuelle Ausstellung: „Ein Christenherz auf Rosen geht ...“, so heißt die Jubiläumsschau im Landesmuseum Burgenland in Eisenstadt. Der Titel geht auf einen Ausspruch Martin Luthers zurück. Maria Harmer hat sich vom Direktor des Landesmuseums Burgenland (der gleichzeitig auch als Kurator verantwortlich zeichnet) durch die Ausstellung führen lassen.

„Vom Lausbub zum Bischof“ – Ein Buch zur Erinnerung an Florian Kuntner

Er hat sich für Frieden und Gerechtigkeit engagiert - auch aber nicht nur - innerhalb der Kommission Justitia et Pax. Er ist gegen Apartheid in Südafrika und gegen Fremdenfeindlichkeit in Österreich ein- und aufgetreten: der 1994 verstorbene Wiener Weihbischof Florian Kuntner. 61 Jahre war er damals alt. Trotz seines hohen Ranges in der Kirchenhierarchie war er alles andere als ein abgehobener Karrierekleriker - und auch Standesdünkel waren ihm (dem Letztgeborenen einer kinderreichen Bauernfamilie) fremd.

Buchhinweis:
Ingeborg Schödl, „Florian Kuntner - vom Lausbuben zum Bischof“, Verlag Tyrolia

Er gilt bis heute als beliebter Seelsorger - als einer, der mit den Leuten einfach gut ausgekommen ist. Der 1933 in Kirchberg am Wechsel geborene und 1994 in Wien verstorbene Kuntner hat vor genau 60 Jahren die Priesterweihe empfangen: am 29. Juni 1957. Zum Bischof ist er dann übrigens 1977 geweiht worden - zeitgleich mit Helmut Krätzl, der trotz seines Ruhestandes noch sehr aktiv ist.

An Florian Kuntner und seinen Lebensweg „Vom Lausbub zum Bischof“ erinnert das gleichnamige Buch der Publizistin Ingeborg Schödl. Martin Gross hat mit der Autorin gesprochen.

Besuch aus „Klein-Tibet“ – Buddhistische Mönche zu Gast in Niederösterreich

Ladakh im Norden Indiens ist bekannt für die Schönheit seiner Berglandschaften - und für seinen Reichtum an religiöser Überlieferung. Hier, in den Höhen des Himalaja, wird der Tibetische Buddhismus praktiziert - und so wird dieser Teil Indiens manchmal auch als „Klein-Tibet“ bezeichnet.

Freilich: Im Zeitalter der Globalisierung gelangt man selbst vom Dach der Welt aus überall hin - auch ins idyllische Schloss Thalheim in Niederösterreich. Dort waren kürzlich buddhistische Mönche aus Ladakh zu Gast - mit Tänzen und Gesängen, Gebeten und Meditationen. Ein Beitrag von Thomas Frühwirth.

Von „guten Hirten“ und „verlorenen Schafen“ – Bibelessay zu Lukas 15, 1 - 7

Die Metapher vom „guten Hirten“ ist längst sprichwörtlich geworden und geht weit über den dezidiert christlichen Sprachgebrauch hinaus. Sie stammt aus dem Neuen Testament, hat aber (wie so vieles) auch eine Entsprechung in der hebräischen Bibel, genauer gesagt in den Psalmen. Der Bibelessay von Marco Uschmann (er ist evangelischer Theologe, Pfarrer und Chefredakteur der evangelischen Kirchenzeitung „Die Saat“) geht unter anderem auf diesen Zusammenhang ein.

Bibelessay zu Lukas 15, 1 – 7

Moderation: Brigitte Krautgartner

Erfüllte Zeit 2.7.2017 zum Nachhören:

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