Wirkungen und Nebenwirkungen der Reformation

Das Beste zum Wiederhören: Wirkungen und Nebenwirkungen der Reformation; Sunday Assembly in Berlin

Wirkungen und Nebenwirkungen der Reformation

Wenn der Hang einmal zu rutschen beginnt - dann ist nicht mehr absehbar, was die Lawine mit in die Tiefe reißen wird - oder auch nicht...Vielleicht ein etwas drastischer Vergleich - aber Michail Gorbatschow könnte sich so gefühlt haben, als er 1989 und 1991 feststellen musste, welche Transformationsprozesse er mit seiner Perestroika ausgelöst hatte. Knapp 500 Jahre vor ihm, im Jahr 1517, wollte der Mönch und Theologieprofessor Martin Luther mit seinen 95 Thesen vorerst auch nur eine akademische Diskussion über die Vergebung der Sünden im Allgemeinen und den Ablasshandel im Besonderen anregen. In der Folge entwickelte er ein umfassendes Programm, mit dem er den idealen Urzustand der Kirche wieder herstellen wollte - eine echte Re-Formation also.

Praxis
Mittwoch, 30.8.2017, 16.05 Uhr, Ö1

An eine dauerhafte Spaltung der Kirche hatte er sicher nicht gedacht. Doch er hat damit den Hang ins Rutschen gebracht und viele Prozesse und Veränderungen in Gang gesetzt - in religiöser Hinsicht, aber auch in anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens: von der Sprache über das Eheverständnis bis hin zum Bildungswesen. Die Reformation hat auch hier keinen Stein auf dem anderen gelassen.

Martin Luther hat auch jenseits des kirchlichen und theologischen Bereichs bewusst oder unbewusst Entwicklungen in Gang gesetzt, die das Leben in Europa bis heute prägen. Und diese „Nebenwirkungen“ der Reformation stellen sich bei näherer Betrachtung oft anders dar als allgemein angenommen. - Gestaltung: Markus Veinfurter

Gottesdienst der Gottlosen? -„Sunday Assembly“ in Berlin

In Westeuropa steigt die Zahl der Kirchenaustritte stetig, nicht nur in Österreich. Und auch bei den Sonntagsgottesdiensten bleiben vielerorts immer mehr Kirchenbänke leer. Aber offenbar gibt es trotzdem bei vielen Menschen die Sehnsucht nach gemeinsamen Sonntags-Ritualen. Und das bietet seit einigen Jahren „Sunday Assembly“, die Sonntagsversammlung oder die „gottlose Gemeinschaft“, wie sie sich selbst nennt. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen treffen einander einmal im Monat am Sonntag, sie singen gemeinsam, erzählen von prägenden Erlebnissen, hören sich Vorträge an und plaudern danach. Statt der zehn Gebote gibt es drei Grundsätze: Lebe besser, hilf öfter und staune mehr. Vor etwa vier Jahren wurde Sunday Assembly in London gegründet, mittlerweile gibt es weltweit fast 200 solcher gottlosen Gemeinschaften, eine davon in Berlin. ORF-Deutschland-Korrespondent Andreas Jölli war im April 2015 bei so einem Treffen dabei. - Gestaltung: Andreas Jölli

Praxis 30.8.2017 zum Nachhören:

Link:

Sunday Assembly Berlin