Das Fest der geweihten Kräuter

Themen: Brauchtum zu Mariä Himmelfahrt; Eine evangelische Frau über die Mutter Gottes; 100. Geburtstag von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero; Feministin des Barock: Schwester Juana Inés de la Cruz; Bibelessay von Mirja Kutzer

Das Fest der geweihten Kräuter – Brauchtum zu Mariä Himmelfahrt

Mariä Himmelfahrt, oder genauer - das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel - ist ein sehr altes christliches Fest, - in den Ostkirchen spricht man übrigens von der „Entschlafung“ Mariens. Papst Pius XII. hat diesen Glauben 1950 als Dogma verkündet, dass nämlich, Zitat „die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“

Erfüllte Zeit
Dienstag, 15.8.2017, 7.05 Uhr, Ö1

In der Bibel liest man übrigens nichts davon, doch es gibt viele christliche Schriften, die nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurden, die den Tod Marias sehr genau beschreiben, ihre Grablegung und wie sie danach sofort in den Himmel aufgenommen wurde. Bis heute rankt sich ein reiches Brauchtum um diesen Tag. – Gestaltung: Magdalena Blecha und Wolfgang Slapansky

Von evangelischen Frauen und der Mutter Gottes – Hannelore Reiner im Gespräch

Das Fest Mariä Himmelfahrt ist ein sehr katholisches Fest, auch in den Ostkirchen hat es große Bedeutung. Nicht so in den Kirchen der Reformation, dort hat man es nicht so mit der Marienverehrung. Dennoch auch und gerade am Maria-Himmelfahrts-Tag ein Gespräch mit einer evangelischen Frau, - mit Hannelore Reiner, die lange Jahre als Oberkirchenrätin quasi die Personalchefin der evangelisch-lutherischen Kirche in Österreich war. Brigitte Krautgartner hat mit ihr über die Stellung der Frauen in ihrer Kirche gesprochen und über ihre Gedanken zu Maria, denn natürlich hat auch eine evangelische Theologin einiges über die Mutter Jesu zu sagen. – Gestaltung: Brigitte Krautgartner

Erinnerung an einen mutigen Mann – Zum 100. Geburtstag von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero

Auf den Tag genau 100 Jahre ist es am 15. August 2017 her, dass in El Salvador Oscar Arnulfo Romero geboren wurde, der spätere Erzbischof von San Salvador. Dass er, den ein Killer der Todesschwadronen 1980 umgebracht hatte, 2015 seliggesprochen wurde, hatten einflussreiche Kräfte in und außerhalb der römischen Kurie viele Jahre lang zu verhindern gewusst, denn Romero war ein Bischof gewesen, der sich gegen die Ausbeutung der Armen in seinem Land gestemmt hatte, und damit gegen die reichen Machthaber. – Gestaltung: Adalbert Krims

Feministin des Barock – Schwester Juana Inés de la Cruz

Literatur-Nobelpreisträger Octavio Paz hat ihr ein Buch gewidmet: „Sor Juana oder die Fallstricke des Glaubens“ heißt es. Protagonistin darin ist die mexikanische Ordensfrau, Gelehrte und Dichterin Juana Inés de la Cruz. Unter dem Titel „Nichts Freieres gibt es auf Erden“ kommt Ende August ein Band mit ausgewählten Gedichten aus ihrer Feder heraus. Die aktuelle Übersetzung sowie die Einleitung stammen von Heidi König-Porstner. Sie setzt sich seit über 20 Jahren mit dem Werk dieser Autorin des ausgehenden Barockzeitalters auseinander. Sie ins Deutsche zu übertragen war ihr ein großes Anliegen, um - wie sie sagt - die Texte zugänglicher zu machen. Was war das Besondere an Juana Inés de la Cruz, jener Ordensfrau, die 1651 in Mexiko, oder - wie es damals hieß - „Neu-Spanien“, geboren wurde. – Gestaltung: Brigitte Krautgartner

Der Ausgangspunkt der Erbsündelehre – Bibelessay zu 1 Korintherbrief 15, 20 - 27a

Jene Stelle aus dem ersten Brief des Paulus an die Gemeinde von Korinth, die am Feiertag Mariä Himmelfahrt in den katholischen Messen als zweite Lesung vorgesehen ist, enthält einiges an theologischer Sprengkraft. Denn einer der einflussreichsten Theologen des Christentums, Augustinus von Hippo, baut seine Lehre von der Erbsünde wesentlich auf eine Passage dieses im Jahr 54 oder 55 verfassten Briefes auf. Näheres darüber von Mirja Kutzer, sie ist Professorin an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Kassel.

Bibelessay zu 1 Korintherbrief 15, 20 – 27a

Moderation: Martin Gross

Erfüllte Zeit 15.8.2017 zum Nachhören:

Buchhinweise:

  • Octavio Paz, „Sor Juana Inés de la Cruz oder die Fallstricke des Glaubens“, Verlag Suhrkamp
  • Heidi König-Porstner (Hg.), „Sor Juana Inés de la Cruz. Nichts Freieres gibt es auf Erden“, Verlag konkursbuch