Auf den Spuren der Sprache Jesu

Themen: Die Kultur des Aramäischen; Gedanken zum Opferfest von Mouhanad Korchide; Die jüdische Geschichte des burgenländischen Kobersdorf; Bibelessay von Luise Müller

Die Erben der Sprache Jesu – Auf den Spuren des Aramäischen

Mit dem Bürgerkrieg in Syrien und dem IS-Terror sind nicht nur die Lebensräume von Christinnen und Christen im Nahen Osten bedroht, Expertinnen und Experten warnen auch weiterhin vor der akuten Gefährdung des immateriellen christlichen Erbes in der Region, besonders der aramäischen Sprache und Kultur.

Erfüllte Zeit
Sonntag, 3.9.2017, 7.05 Uhr, Ö1

Aramäisch ist jene uralte aber immer noch erhaltene Sprache, die auch Jesus von Nazareth schon gesprochen haben soll und die immer noch tradierte aramäische Kultur übt nicht zuletzt deshalb auf viele Menschen eine große Faszination aus. Wo sind die Wurzeln der aramäischen Kultur zu finden? Welche aramäischen Spuren gibt es in den biblischen Texten? Wie hat sich die Tradition erhalten und wie geht es den Trägerinnen und Trägern dieser alten Kultur, den Aramäisch-Sprechenden, heute? Kerstin Tretina hat sich auf Spurensuche begeben.

Geben aus vollem Herzen – Gedanken zum Opferfest von Mouhanad Korchide

Die Geschichte lässt sich in der Bibel ebenso nachlesen wie im Koran: Abraham - oder „muslimisch“ Ibrahim -, von dem sich Judentum, Christentum und Islam ableiten, war in seinem Glauben an Gott, heißt es, so treu, dass er bereit war, seinen Sohn auf Gottes Geheiß zu opfern. Der christlich-jüdischen Tradition zufolge war es Isaak, laut muslimischer Überlieferung handelt es sich um Ismael - den älteren Sohn Abrahams, dessen Mutter die Magd Hagar war.

Die bemerkenswerte Vater-Sohn-Geschichte jedenfalls hat die Jahrtausende überdauert. Abraham meint, von Gott den Auftrag zu bekommen, den Buben zu opfern - im ganz wörtlichen Sinn: ihn zu töten. Doch als er dem Ruf tatsächlich nachkommen will, wird ihm von oben Einhalt geboten und Gott nimmt stattdessen einen Widder als Opfertier an. Theologisch gesprochen: Gott will das Leben, nicht den Tod.

Die Erinnerung daran wird derzeit beim muslimischen Opferfest sehr unmittelbar gepflegt, das auch den Höhepunkt der sogenannten Hadsch nach Mekka bildet. Dazu der Islamwissenschaftler Mouhanad Korchide. Der in Beirut geborene österreichische Staatsbürger ist Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster.

Eine von „Sieben heiligen Gemeinden“ im Burgenland - Kobersdorf und seine jüdische Geschichte

Im Mittelburgenland hat es einst große und lebendige jüdische Gemeinden gegeben. Eine der sogenannten „Sieben heiligen Gemeinden“ war und ist bis heute Kobersdorf. Alle sieben Gemeinden - Eisenstadt, Mattersburg, Kittsee, Frauenkirchen, Lackenbach, Deutschkreutz und eben Kobersdorf - standen unter dem persönlichen Schutz der Fürsten Esterházy. Aus Österreich wurden die Jüdinnen und Juden im 17. Jahrhundert vertrieben - hier, im damaligen Westungarn, konnten sie sesshaft werden.

Wolfgang Slapansky hat sich gemeinsam mit der Historikerin und Publizistin Tina Walzer auf Spurensuche nach der einst so blühenden jüdischen Kultur in Kobersdorf begeben. Ein Beitrag anlässlich des Europäischen Tages der jüdischen Kultur am 3. September und in Erinnerung an den vor kurzem gestorbenen so geschätzten Kollegen.

„Es wird ein Ende haben mit den Tyrannen...“ – Bibelessay zu Jesaja 29, 17 - 24

Als Predigttext am sogenannten 12. Sonntag nach Trinitatis ist in den evangelisch-lutherischen Gottesdiensten ein Text aus dem Prophetenbuch Jesaja im Ersten Testament der Bibel vorgesehen. Worte, die Hoffnung machen, aber auch sehr nachdenklich stimmen, meint Luise Müller. Die evangelische Theologin und Pfarrerin war von 1995 bis 2012 Superintendentin, also Leiterin der lutherischen Diözese Salzburg/Tirol.

Bibelessay zu Jesaja 29, 17 – 24

Moderation: Martin Gross

Erfüllte Zeit 3.9.2017 zum Nachhören: